Einspeisetarif · OeMAG

OeMAG-Einspeisetarif 2026: 10,168 Cent je kWh im September, warum er monatlich schwankt und was Sie stattdessen tun können

Rund 3.000 Österreicher suchen jeden Monat nach dem aktuellen OeMAG-Tarif, und die meisten sind überrascht, wie stark er schwankt. Hier stehen die aktuellen Zahlen, die Berechnung und die Alternative Energiegemeinschaft, die den Überschuss planbar macht und beim Bezug Netzentgelte spart.

  • September 2026: 10,168 ct/kWh
  • Juli 2026: 6,146 ct/kWh
  • Q3-Marktpreis: 10,923 ct/kWh
  • EG-Einspeisung: 8 bis 12 ct
  • Aktualisiert: Oktober 2026
  • Lesezeit: 10 Minuten
  • Fachlich geprüft von Mario Zintl
Photovoltaikanlage, deren Überschuss zum OeMAG-Marktpreis oder in einer Energiegemeinschaft vergütet wird
10,168 ctOeMAG-Tarif September 2026 (Photovoltaik)
6,146 ctOeMAG-Tarif Juli 2026 (Untergrenze)
10,923 ctQuartalsmarktpreis Q3 2026 (Obergrenze)
0,408 ctAbzug Ausgleichsenergie PV 2026

Der aktuelle OeMAG-Einspeisetarif

Der OeMAG-Marktpreis für Photovoltaik beträgt für September 2026 10,168 Cent je Kilowattstunde (Quelle: oem-ag.at/marktpreis, monatlich im Nachhinein veröffentlicht, Stand 9. Oktober 2026). Im Juli 2026 lag er bei 6,146 Cent, der Untergrenze des dritten Quartals. Der Marktpreis gilt für Anlagen im OeMAG-Marktpreismodell, nicht für alte Fördertarife nach Paragraf 12 Ökostromgesetz.

Die OeMAG, die Abwicklungsstelle für Ökostrom, ist gesetzlich verpflichtet, Strom aus PV-Anlagen zum sogenannten Marktpreis abzunehmen. Seit Jänner 2024 wird dieser Preis monatlich und rückwirkend festgelegt. Der Juni 2026 lag bei 6,772 Cent, der Juli bei 6,146 Cent, der September bei 10,168 Cent. Der Quartalsmarktpreis der E-Control, der als Obergrenze dient, liegt für das dritte Quartal 2026 bei 10,923 Cent (109,23 Euro je MWh), im zweiten Quartal waren es 11,967 Cent.

Zeitraum 2026Quartalsmarktpreis (Obergrenze)Untergrenze PV (60 % minus 0,408 ct)OeMAG-Tarif PV
Q1 (Jänner bis März)9,250 ct5,142 ctJänner und Februar nahe Obergrenze, März deutlich darunter
Q2 (April bis Juni)11,967 ct6,772 ctMai und Juni exakt an der Untergrenze: 6,772 ct
Q3 (Juli bis September)10,923 ct6,146 ctJuli 6,146 ct (Untergrenze), September 10,168 ct (nahe Obergrenze)

Quelle: OeMAG Marktpreis-Übersicht, E-Control. Werte gelten für Photovoltaik, der Windtarif liegt geringfügig darunter. Stand: Oktober 2026, die Folgemonate tragen wir nach ihrer Veröffentlichung nach. Die Einordnung für Kärnten und die Steiermark finden Sie in unserem Marktpreis-Überblick 2026.

So wird der OeMAG-Tarif berechnet

Die Berechnung hat drei Stufen, und jede davon drückt den Tarif in Sommermonaten nach unten:

  1. Quartalsmarktpreis der E-ControlAm Ende jedes Quartals ermittelt die E-Control aus den Terminmarktpreisen an der Strombörse EEX den Marktpreis gemäß Paragraf 41 Ökostromgesetz für das folgende Quartal. Für Q3 2026 sind das 10,923 Cent.
  2. Monatlicher Day-Ahead-Durchschnitt der OeMAGDie OeMAG berechnet für jeden Monat den mengengewichteten Durchschnitt der Day-Ahead-Stundenpreise, also den Preis, der zu den Stunden gilt, in denen PV-Anlagen tatsächlich einspeisen. Mittags ist so viel Solarstrom im Netz, dass diese Preise niedrig oder sogar negativ sind.
  3. Korridor und AbzugDer Monatswert wird in einen Korridor gezwängt: nach oben begrenzt durch den Quartalsmarktpreis, nach unten durch 60 Prozent davon. Seit 2026 werden zusätzlich die Kosten für Ausgleichsenergie abgezogen, bei PV 0,408 Cent je Kilowattstunde. Ergebnis für Juli 2026: 10,923 × 0,6 minus 0,408 = 6,146 Cent. Im September 2026 lag der Monatswert mit 10,168 Cent dagegen nahe der Obergrenze.

In Monaten mit viel Solarstrom und niedrigen Mittagspreisen fällt der Tarif auf die Untergrenze, wie im Juli 2026. Steigen die Börsenpreise zu den Einspeisestunden, nähert er sich der Obergrenze, wie im September 2026. Planbar ist er damit nicht: Innerhalb des dritten Quartals 2026 schwankte er um rund 4 Cent. Die Untergrenze selbst sinkt zudem mit jedem Quartal, in dem der Terminmarkt nachgibt.

Was die Alternativen bringen

Wer mit dem OeMAG-Tarif unzufrieden ist, hat drei Hebel. Der erste ist der Einspeisevertrag mit einem Energielieferanten wie Kelag, Energie Steiermark, Verbund oder einem der vielen Online-Anbieter. Diese Tarife liegen teils über der OeMAG, sind aber meist an den Bezugstarif gekoppelt, oft befristet und folgen mit Verzögerung demselben Börsenpreis. Der zweite Hebel ist der Eigenverbrauch: Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, ersetzt Strom zu 25 bis 35 Cent brutto. Speicher, Wärmepumpe, Wallbox und Energiemanagement sind die Werkzeuge dafür. Der dritte Hebel ist die Energiegemeinschaft, und sie setzt genau dort an, wo die ersten beiden aufhören: beim Überschuss, der trotz Speicher übrig bleibt.

Wo der Überschuss landetCent je kWhWer bekommt oder zahlt
OeMAG-Tarif (September 2026)10,168 ctErzeuger bekommt
OeMAG-Tarif (Juli 2026)6,146 ctErzeuger bekommt
EG-Einspeisung (Beispiel*)10 ctErzeuger bekommt
EG-Bezug (Beispiel*)14 ctAbnehmer zahlt
Lieferant, Arbeitspreis netto (Beispiel*)17 ctAbnehmer zahlt

Zwischen OeMAG-Tarif und Haushaltsstrompreis liegt je nach Monat eine Spanne von rund 7 bis 11 Cent. Die Energiegemeinschaft teilt diese Spanne zwischen Erzeuger und Abnehmer auf. Liegt der Marktpreis wie im September 2026 bei 10,168 Cent, bringt ein EG-Einspeisepreis von 10 Cent* dem Erzeuger keinen Mehrerlös. Der Vorteil der Gemeinschaft liegt dann beim Abnehmer (Bezugspreis unter dem Lieferantentarif, Netzentgelt-Rabatt im Nahbereich) und in der Planbarkeit: Der EG-Preis ist fix vereinbart, der OeMAG-Tarif schwankt monatlich. Der Vergleich der Optionen im Überblick:

OptionPreis je kWh ÜberschussBindungRisiko
OeMAG-Marktpreis6,1 bis 10,2 ct (2026)keine, jederzeit kündbarfolgt der Börse, schwankt monatlich
Einspeisevertrag Lieferant5 bis 12 ct, oft befristetmeist an Bezugstarif gekoppeltAktionspreise laufen aus
Energiegemeinschaft (EEG)8 bis 12 ct, selbst vereinbart1 bis 3 Monate Kündigungsfristnur zugeordnete Menge, Rest an OeMAG
Eigenverbrauch25 bis 35 ct brutto vermiedenInvestition in Speicher/EMSbegrenzt durch Ihren Verbrauch

*EG-Preise und Lieferantenpreis sind Beispielwerte aus dem Markt, jede Gemeinschaft legt sie selbst fest. Lieferantenpreis netto ohne Netz und Abgaben.

Warum die Energiegemeinschaft den OeMAG-Vertrag ergänzt, nicht ersetzt

Ein Missverständnis, das wir in Beratungen oft ausräumen: Sie müssen den OeMAG-Vertrag nicht kündigen, um einer Energiegemeinschaft beizutreten. Im Gegenteil. Die Gemeinschaft ordnet nur die Menge zu, die in derselben Viertelstunde von einem Mitglied verbraucht wird. Alles andere bleibt Überschuss im Netz und wird von Ihrem bestehenden Abnahmevertrag, also der OeMAG oder Ihrem Lieferanten, zum dortigen Tarif vergütet. Die Energiegemeinschaft legt sich wie eine zweite Schicht darüber: Was sie abnimmt, bekommt den besseren Preis, was sie nicht abnimmt, läuft wie bisher.

Beispiel: Rechnerisch bei 7.000 kWh Überschuss und 60 Prozent Zuordnung: 4.200 kWh zu 10 Cent* bringen 420 Euro im Jahr. Bei der OeMAG wären es je nach Monatswert 258 Euro (Juli 2026: 6,146 Cent) bis 427 Euro (September 2026: 10,168 Cent). Der Erzeugervorteil hängt also vom Marktpreis ab und kann in Monaten mit hohem Tarif entfallen. Verlässlich ist der Abnehmervorteil in den Stunden, in denen Sie selbst aus der Gemeinschaft beziehen: bis zu 57 Prozent weniger Netzentgelt und keine Elektrizitätsabgabe im Nahbereich.

Der Netzentgelt-Abschlag gilt nur im Nahbereich, also am selben Trafo oder Umspannwerk. Wie er sich zusammensetzt, steht im Artikel Energiegemeinschaft und Netzkosten. Wie sich das mit Ihren Zahlen rechnet, zeigt der Energiegemeinschaft-Rechner.

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*Beispielwert, jede Gemeinschaft legt den Einspeisepreis selbst fest.

Steuer und Versorgungsinfrastrukturbeitrag

Einspeiseerlöse sind für Privatpersonen bis 12.500 kWh im Jahr und bis 35 kWp Anlagenleistung einkommensteuerfrei. Das gilt auch für Erlöse aus der Energiegemeinschaft, solange die Gesamtmenge unter der Grenze bleibt. Neu durch das ElWG ist der Versorgungsinfrastrukturbeitrag für Einspeiser mit mehr als 20 kW: Er ist mit durchschnittlich 0,5 Euro je Megawattstunde gedeckelt, also 0,05 Cent je Kilowattstunde, und ändert an der Rechnung praktisch nichts. Für eine typische Einfamilienhaus-Anlage ist er nicht relevant. Keine Steuerberatung, maßgeblich sind die Informationen des Finanzministeriums (siehe Quellen).

Fazit: OeMAG-Einspeisetarif und Energiegemeinschaft

Der OeMAG-Tarif ist 2026 kein planbares Ertragsmodell, sondern ein Auffangnetz, das im dritten Quartal zwischen 6,146 Cent (Juli) und 10,168 Cent (September) schwankte. Wer seinen Überschuss besser verwerten will, erhöht zuerst den Eigenverbrauch und teilt den Rest in einer Energiegemeinschaft mit der Nachbarschaft: zu einem fix vereinbarten Preis und mit Netzentgelt-Rabatt beim Bezug. Beides zusammen macht Sie unabhängiger von der Börse. Die OeMAG bleibt im Hintergrund für alles, was übrig ist. Den Beitritt beschreibt der Artikel Energiegemeinschaft beitreten.

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Häufige Fragen

Wie hoch ist der OeMAG-Einspeisetarif aktuell?
Für September 2026 beträgt der OeMAG-Marktpreis für Photovoltaik 10,168 Cent je Kilowattstunde (Stand: Oktober 2026). Im Juli 2026 lag er mit 6,146 Cent an der gesetzlichen Untergrenze. Der Wert schwankt monatlich innerhalb des Korridors aus Quartalsmarktpreis (Q3 2026: 10,923 Cent) und 60 Prozent davon.
Warum schwankt der OeMAG-Tarif so stark?
Weil er dem Börsenpreis zu den Stunden folgt, in denen PV-Anlagen einspeisen. In Monaten mit viel Mittagssolarstrom sind die Day-Ahead-Preise niedrig oder negativ, der Tarif fällt auf die Untergrenze (Juli 2026: 6,146 Cent). Ziehen die Börsenpreise an, nähert er sich der Obergrenze (September 2026: 10,168 Cent). Die gesetzliche Untergrenze von 60 Prozent des Quartalsmarktpreises begrenzt den Absturz.
Muss ich den OeMAG-Vertrag kündigen, wenn ich einer Energiegemeinschaft beitrete?
Nein. Die Gemeinschaft ordnet nur den zeitgleich verbrauchten Anteil zu. Der restliche Überschuss wird weiterhin über den OeMAG-Vertrag zum Marktpreis vergütet. Der OeMAG-Vertrag bleibt als Auffangnetz bestehen.
Wie viel mehr bringt eine Energiegemeinschaft gegenüber der OeMAG?
Das hängt vom Monat ab. Typische EG-Einspeisepreise liegen bei 8 bis 12 Cent (Beispielwerte). Gegenüber dem Juli-Wert der OeMAG von 6,146 Cent ist das ein Plus, gegenüber dem September-Wert von 10,168 Cent nicht. Verlässlich sind der fixe Preis, der Bezugsvorteil mit bis zu 57 Prozent weniger Netzentgelt im Nahbereich und die wegfallende Elektrizitätsabgabe.
Ist ein Einspeisevertrag beim Lieferanten besser als die OeMAG?
Teils liegen diese Tarife mit 5 bis 12 Cent über der OeMAG, sie sind aber meist an den Bezugstarif gekoppelt, oft befristet und folgen mit Verzögerung demselben Börsenpreis. Vergleichen Sie immer Einspeise- und Bezugspreis gemeinsam.
Sind Einspeiseerlöse steuerpflichtig?
Für Privatpersonen sind Erlöse bis 12.500 kWh im Jahr bei Anlagen bis 35 kWp einkommensteuerfrei. Das gilt auch für Erlöse aus Energiegemeinschaften. Darüber hinausgehende Mengen sind steuerpflichtig. Keine Steuerberatung.
Wie entwickelt sich der OeMAG-Tarif?
Er folgt den Börsenpreisen zu den Einspeisestunden. Im Juli 2026 lag er an der Untergrenze (6,146 Cent), im September 2026 mit 10,168 Cent nahe der Obergrenze von 10,923 Cent. In Monaten mit viel Mittagssolarstrom ist mit niedrigen Werten zu rechnen, eine verlässliche Prognose für einzelne Monate gibt es nicht. Wir aktualisieren die Werte monatlich nach Veröffentlichung durch die OeMAG.
Mario Zintl, Geschäftsführung EBZ Energie GmbH

Fachlich geprüft von Mario Zintl, Geschäftsführung EBZ Energie GmbH. Mario Zintl führt die EBZ Energie GmbH in Villach. Sein Team plant und installiert PV-Anlagen, Speicher und Energiemanagementsysteme in Kärnten und der Steiermark und begleitet Kunden beim Einstieg in Energiegemeinschaften. Die Marktpreise werden monatlich anhand der Veröffentlichungen von OeMAG und E-Control aktualisiert, Stand Oktober 2026. Keine Rechts- oder Steuerberatung.

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