OeMAG · Einspeisetarif 2026

OeMAG-Einspeisetarif 2026: Warum er so niedrig ist und was Sie stattdessen tun können

Rund 3.000 Österreicher suchen jeden Monat nach dem aktuellen OeMAG-Tarif, und die meisten sind enttäuscht. Hier stehen die Zahlen, die Berechnung und die Alternative, die bis zum Doppelten bringt.

  • Juli 2026: 6,146 ct/kWh
  • Q3-Marktpreis: 10,923 ct/kWh
  • Untergrenze: 60 % des Marktpreises
  • EG-Einspeisung: 8 bis 12 ct

Aktualisiert: August 2026 · Lesezeit: 8 Minuten · Von Mario Zintl, Geschäftsführung EBZ Energie

Der aktuelle OeMAG-Einspeisetarif

Die OeMAG, die Abwicklungsstelle für Ökostrom, ist gesetzlich verpflichtet, Strom aus PV-Anlagen zum sogenannten Marktpreis abzunehmen. Seit Jänner 2024 wird dieser Preis monatlich und rückwirkend festgelegt. Für Juli 2026 beträgt er 6,146 Cent je Kilowattstunde für Photovoltaik, der Juni lag bei 6,772 Cent. Der Quartalsmarktpreis der E-Control, der als Obergrenze dient, liegt für das dritte Quartal 2026 bei 10,923 Cent (109,23 Euro je MWh), im zweiten Quartal waren es 11,967 Cent.

6,146 ctOeMAG-Tarif Juli 2026 (PV)
10,923 ctQuartalsmarktpreis Q3 2026
0,408 ctAbzug Ausgleichsenergie PV 2026
60 %gesetzliche Untergrenze
Zeitraum 2026Quartalsmarktpreis (Obergrenze)Untergrenze PV (60 % minus 0,408 ct)OeMAG-Tarif PV
Q1 (Jän. bis März)9,250 ct5,142 ctJänner und Februar nahe Obergrenze, März deutlich darunter
Q2 (April bis Juni)11,967 ct6,772 ctMai und Juni exakt an der Untergrenze: 6,772 ct
Q3 (Juli bis Sept.)10,923 ct6,146 ctJuli 6,146 ct, August wird Anfang September veröffentlicht

Quelle: OeMAG Marktpreis-Übersicht, E-Control. Werte gelten für Photovoltaik, der Windtarif liegt geringfügig darunter. Die aktuellste Einordnung für Kärnten und die Steiermark finden Sie in unserem Marktpreis-Überblick 2026.

So wird der OeMAG-Tarif berechnet

Die Berechnung hat drei Stufen. Erstens ermittelt die E-Control am Ende jedes Quartals aus den Terminmarktpreisen an der Strombörse EEX den Marktpreis gemäß Paragraf 41 Ökostromgesetz für das folgende Quartal. Zweitens berechnet die OeMAG für jeden Monat den mengengewichteten Durchschnitt der Day-Ahead-Stundenpreise, also den Preis, der zu den Stunden gilt, in denen PV-Anlagen tatsächlich einspeisen. Drittens wird dieser Monatswert in einen Korridor gezwängt: nach oben begrenzt durch den Quartalsmarktpreis, nach unten durch 60 Prozent davon. Seit 2026 werden zusätzlich die Kosten für Ausgleichsenergie abgezogen, bei PV 0,408 Cent je Kilowattstunde.

Das Ergebnis: Solange die Mittagspreise an der Börse wegen des vielen Solarstroms niedrig oder sogar negativ sind, klebt der Tarif an der Untergrenze. Und die Untergrenze sinkt mit jedem Quartal, in dem der Terminmarkt nachgibt. Eine Erholung ist nur in den Wintermonaten zu erwarten, in denen PV-Anlagen ohnehin wenig liefern.

Was die Alternativen bringen

Wer mit dem OeMAG-Tarif unzufrieden ist, hat drei Hebel. Der erste ist der Einspeisevertrag mit einem Energielieferanten wie Kelag, Energie Steiermark, Verbund oder einem der vielen Online-Anbieter. Diese Tarife liegen teils über der OeMAG, sind aber meist an den Bezugstarif gekoppelt, oft befristet und folgen mit Verzögerung demselben Börsenpreis. Der zweite Hebel ist der Eigenverbrauch: Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, ersetzt Strom zu 25 bis 35 Cent brutto. Speicher, Wärmepumpe, Wallbox und Energiemanagement sind die Werkzeuge dafür. Der dritte Hebel ist die Energiegemeinschaft, und sie setzt genau dort an, wo die ersten beiden aufhören: beim Überschuss, der trotz Speicher übrig bleibt.

Cent pro kWh: Wo der Überschuss landet, entscheidet über den Erlös 6,1 ctOeMAG-Tarif(Juli 2026)Erzeuger bekommt10,0 ctEG-Einspeisung(typisch)Erzeuger bekommt14,0 ctEG-Bezug(typisch)Abnehmer zahlt17,0 ctLieferantArbeitspreisAbnehmer zahlt EG-Preise sind Beispielwerte aus dem Markt, jede Gemeinschaft legt sie selbst fest. Lieferantenpreis netto ohne Netz und Abgaben.
Zwischen OeMAG-Tarif und Haushaltsstrompreis liegt eine Spanne von rund 10 Cent. Die Energiegemeinschaft teilt diese Spanne zwischen Erzeuger und Abnehmer auf.
OptionPreis je kWh ÜberschussBindungRisiko
OeMAG-Marktpreis6,1 bis 9,7 ct (2026)keine, jederzeit kündbarfolgt der Börse, sinkt im Sommer
Einspeisevertrag Lieferant5 bis 12 ct, oft befristetmeist an Bezugstarif gekoppeltAktionspreise laufen aus
Energiegemeinschaft (EEG)8 bis 12 ct, selbst vereinbart1 bis 3 Monate Kündigungsfristnur zugeordnete Menge, Rest an OeMAG
Eigenverbrauch25 bis 35 ct brutto vermiedenInvestition in Speicher/EMSbegrenzt durch Ihren Verbrauch

Warum die Energiegemeinschaft den OeMAG-Vertrag ergänzt, nicht ersetzt

Ein Missverständnis, das wir in Beratungen oft ausräumen: Sie müssen den OeMAG-Vertrag nicht kündigen, um einer Energiegemeinschaft beizutreten. Im Gegenteil. Die Gemeinschaft ordnet nur die Menge zu, die in derselben Viertelstunde von einem Mitglied verbraucht wird. Alles andere bleibt Überschuss im Netz und wird von Ihrem bestehenden Abnahmevertrag, also der OeMAG oder Ihrem Lieferanten, zum dortigen Tarif vergütet. Die Energiegemeinschaft legt sich wie eine zweite Schicht darüber: Was sie abnimmt, bekommt den besseren Preis, was sie nicht abnimmt, läuft wie bisher.

Rechnerisch bei 7.000 kWh Überschuss und 60 Prozent Zuordnung: 4.200 kWh zu 10 Cent statt 6,146 Cent ergeben 162 Euro Mehrerlös im Jahr. Dazu kommt der Abnehmervorteil in den Stunden, in denen Sie selbst aus der Gemeinschaft beziehen. Wie sich das mit Ihren Zahlen rechnet, zeigt der Energiegemeinschaft-Rechner.

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Steuer und Versorgungsinfrastrukturbeitrag

Einspeiseerlöse sind für Privatpersonen bis 12.500 kWh im Jahr und bis 35 kWp Anlagenleistung einkommensteuerfrei. Das gilt auch für Erlöse aus der Energiegemeinschaft, solange die Gesamtmenge unter der Grenze bleibt. Neu durch das ElWG ist der Versorgungsinfrastrukturbeitrag für Einspeiser mit mehr als 20 kW: Er ist mit durchschnittlich 0,5 Euro je Megawattstunde gedeckelt, also 0,05 Cent je Kilowattstunde, und ändert an der Rechnung praktisch nichts. Für eine typische Einfamilienhaus-Anlage ist er nicht relevant.

Fazit: OeMAG-Einspeisetarif und Energiegemeinschaft

Der OeMAG-Tarif ist 2026 kein Ertragsmodell mehr, sondern ein Auffangnetz auf gesetzlichem Mindestniveau. Wer seinen Überschuss besser verwerten will, erhöht zuerst den Eigenverbrauch und verkauft den Rest in einer Energiegemeinschaft an die Nachbarschaft. Beides zusammen bringt einen dreistelligen Betrag im Jahr und macht Sie unabhängiger von der Börse. Die OeMAG bleibt im Hintergrund für alles, was übrig ist.

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Häufige Fragen

Wie hoch ist der OeMAG-Einspeisetarif aktuell?

Für Juli 2026 beträgt der OeMAG-Marktpreis für Photovoltaik 6,146 Cent je Kilowattstunde. Der August-Wert wird Anfang September veröffentlicht und kann gesetzlich nicht unter dieser Untergrenze liegen, solange der Q3-Marktpreis von 10,923 Cent gilt.

Warum ist der OeMAG-Tarif so niedrig?

Weil er dem Börsenpreis zu den Stunden folgt, in denen PV-Anlagen einspeisen. Mittags ist so viel Solarstrom im Netz, dass die Day-Ahead-Preise niedrig oder negativ sind. Die gesetzliche Untergrenze von 60 Prozent des Quartalsmarktpreises verhindert, dass der Tarif noch weiter fällt.

Muss ich den OeMAG-Vertrag kündigen, wenn ich einer Energiegemeinschaft beitrete?

Nein. Die Gemeinschaft ordnet nur den zeitgleich verbrauchten Anteil zu. Der restliche Überschuss wird weiterhin über den OeMAG-Vertrag zum Marktpreis vergütet. Der OeMAG-Vertrag bleibt als Auffangnetz bestehen.

Wie viel mehr bringt eine Energiegemeinschaft gegenüber der OeMAG?

Typische EG-Einspeisepreise liegen bei 8 bis 12 Cent gegenüber 6,146 Cent bei der OeMAG im Juli 2026. Bei 7.000 kWh Überschuss und 60 Prozent Zuordnung sind das rund 160 Euro Mehrerlös im Jahr, plus den Vorteil beim eigenen Bezug aus der Gemeinschaft.

Sind Einspeiseerlöse steuerpflichtig?

Für Privatpersonen sind Erlöse bis 12.500 kWh im Jahr bei Anlagen bis 35 kWp einkommensteuerfrei. Das gilt auch für Erlöse aus Energiegemeinschaften. Darüber hinausgehende Mengen sind steuerpflichtig. Keine Steuerberatung.

Wann wird der OeMAG-Tarif wieder steigen?

Erst wenn die Mittagspreise an der Börse über die Untergrenze steigen, was typischerweise in den Wintermonaten der Fall ist. Für die Sommermonate ist bis auf Weiteres mit Werten an der Untergrenze zu rechnen.

Mario Zintl, Geschäftsführung EBZ Energie

Fachlich geprüft von Mario Zintl, Geschäftsführung EBZ Energie GmbH

EBZ Energie plant und errichtet Photovoltaik-, Speicher- und Wärmepumpensysteme in Kärnten und der Steiermark, mit eigenen zertifizierten Fachkräften und ohne Subunternehmer, und begleitet Kunden beim Einstieg in Energiegemeinschaften. Inhalte werden regelmäßig anhand der Vorgaben von E-Control, OeMAG und energiegemeinschaften.gv.at aktualisiert. Keine Rechts- oder Steuerberatung.

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