Was eine Energiegemeinschaft kostet und wie abgerechnet wird
Mitgliedsbeitrag, Plattformgebühr, Vereinskosten: Die Energiegemeinschaft ist günstig, aber nicht gratis. Hier ist die vollständige Kostenseite und der Weg des Geldes.
- Beitritt: meist 0 € Einrichtung
- Laufend: 2 bis 8 € je Monat
- Gründung: ab ca. 100 €
- 3 Rechnungen: Netz, Lieferant, EG
Die Kostenarten im Überblick
| Kostenart | Wer zahlt | Typische Höhe | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Einrichtungsgebühr Beitritt | Mitglied | 0 bis 50 € | bei den meisten Gemeinschaften keine |
| Mitgliedsbeitrag / Plattformgebühr | Mitglied | 2 bis 8 € je Zählpunkt und Monat | alternativ 0,5 bis 2 ct je abgerechneter kWh |
| Vereinsgründung | Gründer | ca. 50 bis 150 € | Vereinsregister, Statuten, Konto |
| Genossenschaftsgründung | Gründer | mehrere hundert € plus Revisionsverband jährlich | nur für größere Gemeinschaften sinnvoll |
| Marktteilnehmer-Registrierung (ebutilities) | Gemeinschaft | kostenlos | Pflicht für jede EG |
| Vertrag mit Netzbetreiber | Gemeinschaft | kostenlos | Kärnten Netz, Energienetze Steiermark usw. |
| Smart-Meter-Opt-in | Mitglied | kostenlos | Viertelstundenwerte aktivieren |
| Steuerberatung, Buchhaltung | Gemeinschaft | 0 bis einige hundert € jährlich | bei Vereinen oft ehrenamtlich |
Unterm Strich zahlt ein Mitglied für die Teilnahme 25 bis 100 Euro im Jahr. Dem stehen laut Erfahrungsberichten typische Vorteile von 100 bis 300 Euro gegenüber, mehr dazu im Artikel Energiegemeinschaft: Erfahrungen. Die Rechnung geht also auf, solange die Zuordnungsquote nicht im Keller liegt.
Gebührenmodelle: Pauschale oder je Kilowattstunde
Zwei Modelle haben sich etabliert. Die Pauschale je Zählpunkt ist planbar und für Vielverbraucher günstiger. Der Aufschlag je abgerechneter Kilowattstunde ist für kleine Abnehmer günstiger, weil sie nur zahlen, wenn tatsächlich Strom zugeordnet wird. Manche Plattformen kombinieren beides oder staffeln nach Gemeinschaftsgröße. Fragen Sie vor dem Beitritt nach dem Modell und rechnen Sie es mit Ihrer voraussichtlichen Zuordnungsmenge durch. Bei EBZ nennen wir die Konditionen im Erstgespräch, bevor Sie unterschreiben.
Wie die Abrechnung technisch funktioniert
Die Abrechnung einer Energiegemeinschaft läuft in drei Schritten, von denen Sie nur den letzten sehen.
- MessungDer Smart Meter jedes Teilnehmers erfasst Einspeisung und Bezug in Viertelstundenwerten und übermittelt sie an den Netzbetreiber.
- Zuordnung durch den NetzbetreiberFür jede Viertelstunde rechnet der Netzbetreiber aus, wie viel Erzeugung in der Gemeinschaft auf wie viel Verbrauch trifft, und verteilt sie nach dem Aufteilungsschlüssel (statisch oder dynamisch). Das Ergebnis stellt er der Gemeinschaft über das EDA-Portal zur Verfügung.
- Verrechnung durch die GemeinschaftDie Gemeinschaft oder ihre Plattform multipliziert die zugeordneten Mengen mit den vereinbarten Preisen, schreibt Erzeugern gut und stellt Abnehmern in Rechnung. Bei energyfamily passiert das monatlich, mit Übersicht in der App.
Die drei Rechnungen nach dem Beitritt
Netzbetreiber: Die Netzrechnung weist den EG-Bezug gesondert mit reduziertem Netznutzungs- und Netzverlustentgelt aus, bei EEGs zusätzlich ohne Elektrizitätsabgabe und Förderbeitrag. Die Grundpauschale bleibt unverändert. Welche Positionen genau sinken, steht im Artikel Energiegemeinschaft und Netzkosten.
Lieferant: Ihr Stromlieferant verrechnet nur noch den Reststrom, der nicht aus der Gemeinschaft kam. Die Energiemenge auf dieser Rechnung sinkt entsprechend. Wer einen Tarif mit Mindestabnahme oder Grundgebühr hat, sollte prüfen, ob sich der Tarif noch rechnet.
Gemeinschaft: Die dritte Rechnung kommt von der Energiegemeinschaft selbst. Abnehmer zahlen den EG-Preis je zugeordneter Kilowattstunde plus Mitgliedsbeitrag, Erzeuger bekommen eine Gutschrift. Die Umsatzsteuer hängt von der Rechtsform ab: Vereine unter der Kleinunternehmergrenze rechnen ohne Umsatzsteuer ab, größere Gemeinschaften mit.
Transparente Konditionen statt Kleingedrucktem
EBZ nennt Ihnen Einspeisepreis, Bezugspreis und Gebühr vor dem Beitritt. Keine Einrichtungsgebühr, kurze Kündigungsfrist.
Was bei der Preisfestlegung zu beachten ist
Die Gemeinschaft legt Einspeise- und Bezugspreis selbst fest. Drei Regeln haben sich bewährt. Erstens: Der Einspeisepreis sollte deutlich über dem OeMAG-Tarif liegen (aktuell 6,146 Cent), sonst fehlt der Anreiz für Erzeuger. Zweitens: Der Bezugspreis sollte unter dem Arbeitspreis der gängigen Lieferanten liegen, sonst fehlt der Anreiz für Abnehmer. Drittens: Die Differenz zwischen beiden deckt die Gemeinschaftskosten. Typisch sind 8 bis 12 Cent Einspeisung und 12 bis 16 Cent Bezug. Wie sich das gegen den OeMAG-Tarif rechnet, zeigt der Artikel OeMAG-Einspeisetarif oder Energiegemeinschaft.
Versteckte Kosten und wie Sie sie vermeiden
Vier Punkte tauchen in Verträgen auf, die Sie vorher lesen sollten. Jahresbindungen mit automatischer Verlängerung. Preisklauseln, die den Einspeisepreis an den OeMAG-Tarif koppeln, sodass er mitsinkt. Kopplungen an ein bestimmtes Stromprodukt oder Konto desselben Anbieters. Und Gebühren für den Austritt oder die Zählpunktabmeldung, die es bei seriösen Gemeinschaften nicht gibt. Was Teilnehmer an den verschiedenen Anbietern kritisieren, fassen wir im Artikel Energiegemeinschaft: Nachteile zusammen.
Fazit: Kosten und Abrechnung
Eine Energiegemeinschaft kostet ein Mitglied 25 bis 100 Euro im Jahr und bringt typisch das Drei- bis Zehnfache zurück. Die Abrechnung ist komplexer als eine normale Stromrechnung, aber eine gute Plattform macht sie unsichtbar. Entscheidend ist, dass Sie Gebührenmodell, Preise und Kündigungsfrist vor dem Beitritt kennen.
Kosten und Nutzen für Ihren Haushalt
Der Rechner zeigt Ihren erwarteten Jahresvorteil. Die Konditionen von EBZ erfahren Sie im Erstgespräch.
Ihr Partner für Photovoltaik und Energiegemeinschaft: EBZ Energie
EBZ Energie aus Villach plant und installiert Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpen und Wallboxen in Kärnten und der Steiermark, mit eigenen Monteuren und ohne Subunternehmer. Neu dazu kommt die Energiegemeinschaft: Wir nehmen Sie in eine bestehende Gemeinschaft auf oder bauen mit Ihnen eine eigene auf, abgerechnet über die Plattform unseres Partners energyfamily.
Häufige Fragen
Was kostet die Teilnahme an einer Energiegemeinschaft?
Laufend zwei bis acht Euro je Zählpunkt und Monat oder ein Aufschlag von 0,5 bis 2 Cent je abgerechneter Kilowattstunde. Einrichtungsgebühren sind unüblich. Im Jahr sind das 25 bis 100 Euro.
Was kostet es, eine Energiegemeinschaft zu gründen?
Als Verein wenige Euro für Vereinsregister und Statuten, die Registrierung bei ebutilities und der Netzbetreibervertrag sind kostenlos. Eine Genossenschaft kostet deutlich mehr und verlangt eine jährliche Revisionsverbandsmitgliedschaft. Der Hauptaufwand ist die Abrechnung.
Wie wird der Strom in der Energiegemeinschaft abgerechnet?
Der Netzbetreiber ordnet jede Viertelstunde Erzeugung und Verbrauch in der Gemeinschaft zu und übermittelt die Mengen. Die Gemeinschaft oder ihre Plattform verrechnet sie zu den vereinbarten Preisen, schreibt Erzeugern gut und stellt Abnehmern in Rechnung, meist monatlich.
Bekomme ich mehrere Stromrechnungen?
Ja, drei: vom Netzbetreiber (mit reduziertem EG-Anteil), vom Lieferanten (Reststrom) und von der Gemeinschaft (EG-Strom). Plattformen fassen die Gemeinschaftsrechnung in einer App zusammen.
Fällt auf den EG-Strom Umsatzsteuer an?
Das hängt von der Rechtsform der Gemeinschaft ab. Vereine unter der Kleinunternehmergrenze rechnen ohne Umsatzsteuer ab, größere Gemeinschaften weisen sie aus. Für Privatpersonen als Erzeuger gilt bis 12.500 kWh und 35 kWp die Einkommensteuerbefreiung. Keine Steuerberatung.
Fachlich geprüft von Mario Zintl, Geschäftsführung EBZ Energie GmbH
EBZ Energie plant und errichtet Photovoltaik-, Speicher- und Wärmepumpensysteme in Kärnten und der Steiermark, mit eigenen zertifizierten Fachkräften und ohne Subunternehmer, und begleitet Kunden beim Einstieg in Energiegemeinschaften. Inhalte werden regelmäßig anhand der Vorgaben von E-Control, OeMAG und energiegemeinschaften.gv.at aktualisiert. Keine Rechts- oder Steuerberatung.
