Erdwärmepumpe: Kosten, Bohrung und Förderung 2026
Was eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Tiefenbohrung oder Flächenkollektor kostet, welche Genehmigungen nötig sind und wann sich Erdwärme gegenüber Luftwärme lohnt.
- Gesamt: 22.000 bis 40.000 €
- Bohrung: 50 bis 100 € je Meter
- JAZ: 4 bis 5
- Plus: passive Kühlung
Was kostet eine Erdwärmepumpe 2026?
Die Erdwärmepumpe, auch Sole-Wasser-Wärmepumpe genannt, nutzt die Wärme des Erdreichs. Weil der Untergrund im Jänner fast dieselbe Temperatur hat wie im Juli, arbeitet sie besonders effizient. Der Preis dafür ist die Erschließung der Wärmequelle: Tiefenbohrung oder Flächenkollektor machen die Erdwärmepumpe deutlich teurer als eine Luftwärmepumpe.
| Position | Richtwert | Bemerkung |
|---|---|---|
| Wärmepumpe (Sole-Wasser) | 12.000 bis 22.000 € | Gerät inkl. Regelung, oft mit integriertem Warmwasserspeicher |
| Tiefenbohrung | 50 bis 100 € je Meter | bei 120 bis 160 Metern rund 6.000 bis 16.000 € |
| Flächenkollektor (Alternative) | deutlich günstiger bei vorhandenen Erdarbeiten | große unversiegelte Gartenfläche nötig |
| Montage, Hydraulik, Elektrik | 4.000 bis 8.000 € | Anbindung, Pufferspeicher, Solekreis |
| Behörde und Gutachten | einige hundert Euro | Anzeige oder wasserrechtliche Bewilligung |
| Gesamt | 22.000 bis 40.000 € | Neubau und Sanierung ähnlich, Bohrung entscheidet |
Die größte Unbekannte ist die Bohrung. Geologie, Zufahrt für das Bohrgerät und die Anzahl der Sonden bestimmen, ob Sie eher bei 25.000 oder bei 40.000 Euro landen. Einen Vergleich mit allen Wärmepumpenarten bietet der Ratgeber Kosten einer Wärmepumpe.
Tiefenbohrung, Flächenkollektor oder Grundwasser?
Erdsonde mit Tiefenbohrung
Die häufigste Lösung. Eine oder mehrere Sonden reichen meist 80 bis 150 Meter tief. Als Faustregel liefert ein Meter Sonde 40 bis 60 Watt Heizleistung. Ein Haus mit 8 kW Heizlast braucht damit etwa 130 bis 200 Bohrmeter. Vorteil: wenig Platzbedarf, sehr konstante Quellentemperatur und die Möglichkeit zur passiven Kühlung im Sommer.
Flächenkollektor
Rohrschlangen werden in 1,2 bis 1,5 Metern Tiefe flächig im Garten verlegt. Das ist ohne Bohrgerät möglich und beim Neubau oft günstiger, weil ohnehin gegraben wird. Der Nachteil: Die Fläche ist meist ein Mehrfaches der beheizten Wohnfläche und darf danach nicht bebaut oder versiegelt werden.
Grundwasser (Wasser-Wasser-Wärmepumpe)
Wo ausreichend Grundwasser in geringer Tiefe vorhanden ist, erreicht die Wasser-Wasser-Wärmepumpe die höchste Effizienz. Voraussetzung sind ein Förder- und ein Schluckbrunnen, eine gute Wasserqualität und eine wasserrechtliche Bewilligung. In vielen Lagen Kärntens und der Steiermark ist das eher die Ausnahme.
Genehmigung: Wasserrecht nicht unterschätzen
Erdwärmesonden und Grundwassernutzung unterliegen dem Wasserrechtsgesetz. Zuständig ist in der Regel die Bezirkshauptmannschaft beziehungsweise der Magistrat. Je nach Standort genügt eine Anzeige nach § 114 WRG mit einer Entscheidungsfrist von drei Monaten, oder es ist ein Bewilligungsverfahren nötig. In Schutz- und Schongebieten kann eine Bohrung auch untersagt werden. Bewilligungen werden häufig auf 25 Jahre befristet.
Erdwärme gegen Luftwärme: Die ehrliche Rechnung
Die Erdwärmepumpe erreicht Jahresarbeitszahlen von 4 bis 5, eine gute Luftwärmepumpe 3,5 bis 4. Im Beispiel eines Einfamilienhauses mit 12.000 Kilowattstunden Wärmebedarf:
Die Ersparnis im Betrieb ist real, aber begrenzt. Bei rund 12.000 Euro Mehrkosten und gut 200 Euro Ersparnis pro Jahr dauert es im Einfamilienhaus sehr lange, bis sich die Erdwärmepumpe allein über die Stromkosten rechnet. Wirtschaftlich interessant wird sie vor allem in diesen Fällen:
- Hohe Heizlast, etwa bei großen oder wenig gedämmten Gebäuden, weil die Ersparnis mit dem Verbrauch wächst.
- Passive Kühlung im Sommer ist gewünscht, das kann nur die Erdwärme fast ohne Stromverbrauch.
- Schall oder Platz sprechen gegen ein Außengerät, etwa bei dichter Bebauung.
- Bohrbonus in der Förderung verringert die Mehrkosten deutlich.
Für die meisten Einfamilienhäuser ist die Luftwärmepumpe die wirtschaftlichere Wahl. Wir rechnen beide Varianten für Ihr Haus durch und empfehlen ehrlich, was sich lohnt.
Förderung für Erdwärmepumpen: Stand September 2026
- Bund: In der Sanierungsoffensive 2026 gab es bis zu 7.500 Euro für die Wärmepumpe und zusätzlich 5.000 Euro Bohrbonus für Erdsonden. Die Mittel sind seit 13. Juli 2026 vergeben, bereits registrierte Anträge werden normal abgewickelt. Details im Ratgeber Sanierungsoffensive 2026.
- 2027 und 2028: Angekündigt sind jeweils 360 Millionen Euro, davon 179 Millionen Euro für den Kesseltausch. Ob es wieder einen Bohrbonus gibt, steht in den Bedingungen, die im Herbst 2026 veröffentlicht werden sollen.
- Länder: Kärnten und die Steiermark fördern den Umstieg auf Wärmepumpen zusätzlich, siehe Landesförderungen für die Wärmepumpe.
Weil Genehmigung und Bohrplanung ohnehin einige Monate brauchen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, ein Erdwärme-Projekt für 2027 vorzubereiten. Aufträge, die eine spätere Förderung gefährden könnten, sollten erst nach Veröffentlichung der neuen Bedingungen vergeben werden.
Luft oder Erde? Wir rechnen beides für Sie durch
EBZ Energie prüft Heizlast, Grundstück und Förderung und empfiehlt die Lösung, die sich für Ihr Haus wirklich rechnet.
Ablauf eines Erdwärme-Projekts
- Beratung und HeizlastWir berechnen die Heizlast und prüfen, ob Luft oder Erde für Ihr Haus sinnvoller ist.
- Geologie und GenehmigungDas Bohrunternehmen prüft den Untergrund, die Anzeige oder Bewilligung wird bei der Behörde eingereicht.
- FörderungWir registrieren bei Bund und Land, sobald das möglich ist und bevor Kosten entstehen.
- BohrungDie Sonden werden gebohrt und verpresst, meist an ein bis drei Tagen.
- Einbau und InbetriebnahmeWärmepumpe, Solekreis und Hydraulik werden angeschlossen, auf Wunsch mit PV-Anlage und Energiemanagement.
Fazit: Effizienter Komfort mit höherer Anfangsinvestition
Die Erdwärmepumpe ist die effizienteste und leiseste Wärmepumpe und kann im Sommer fast kostenlos kühlen. Mit 22.000 bis 40.000 Euro kostet sie aber deutlich mehr als eine Luftwärmepumpe, und die Ersparnis im Betrieb gleicht das im Einfamilienhaus nur langsam aus. Wer Komfort, Kühlung und Unabhängigkeit vom Außengerät schätzt oder eine hohe Heizlast hat, ist mit Erdwärme gut beraten.
Erdwärme-Projekt jetzt vorbereiten
Genehmigung, Bohrung, Wärmepumpe und Förderung koordinieren wir für Sie, damit Sie zum Start der Förderung 2027 bereit sind.
Erdwärme und Luftwärme aus einer Hand
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Häufige Fragen
Was kostet eine Erdwärmepumpe mit Tiefenbohrung?
Für ein Einfamilienhaus liegen die Gesamtkosten inklusive Bohrung, Wärmepumpe und Montage meist bei 22.000 bis 40.000 Euro. Allein die Bohrung kostet in Österreich typischerweise 50 bis 100 Euro je Bohrmeter, bei 120 bis 160 Metern also rund 6.000 bis 16.000 Euro.
Wie tief muss für eine Erdwärmepumpe gebohrt werden?
Das hängt von Heizlast und Untergrund ab. Als grobe Faustregel liefert ein Meter Erdsonde rund 40 bis 60 Watt Heizleistung. Ein Haus mit 8 kW Heizlast braucht damit oft 130 bis 200 Bohrmeter, meist aufgeteilt auf zwei Sonden. Die genaue Auslegung übernimmt das Bohrunternehmen nach geologischer Prüfung.
Braucht man für eine Erdwärmepumpe eine Genehmigung?
Ja. Tiefenbohrungen und Grundwassernutzung fallen unter das Wasserrecht. Je nach Bundesland und Standort reicht eine Anzeige oder es ist eine wasserrechtliche Bewilligung der Bezirkshauptmannschaft nötig. Im Anzeigeverfahren gilt eine Entscheidungsfrist von drei Monaten, das sollten Sie im Zeitplan berücksichtigen.
Ist ein Flächenkollektor günstiger als eine Tiefenbohrung?
Oft ja, wenn genug Gartenfläche vorhanden ist und ohnehin gegraben wird, etwa beim Neubau. Der Kollektor liegt in 1,2 bis 1,5 Metern Tiefe und braucht meist ein Mehrfaches der beheizten Wohnfläche. Die Fläche darüber darf nicht bebaut, versiegelt oder mit tief wurzelnden Pflanzen bepflanzt werden.
Lohnt sich eine Erdwärmepumpe gegenüber einer Luftwärmepumpe?
Rein rechnerisch spart die Erdwärmepumpe im Einfamilienhaus meist 150 bis 300 Euro Strom pro Jahr, kostet aber in der Anschaffung oft 10.000 Euro und mehr zusätzlich. Sie lohnt sich vor allem bei hoher Heizlast, wenn Sie im Sommer passiv kühlen möchten, wenn der Schall einer Außeneinheit ein Problem wäre oder wenn eine Bohrförderung verfügbar ist.
Gibt es eine Förderung für Erdwärmepumpen?
In der Sanierungsoffensive 2026 gab es zusätzlich zur Wärmepumpenförderung einen Bohrbonus von 5.000 Euro. Die Mittel für 2026 sind seit 13. Juli 2026 vergeben. Für 2027 und 2028 sind jeweils 360 Millionen Euro angekündigt, die Bedingungen folgen im Herbst 2026. Landesförderungen in Kärnten und der Steiermark gelten auch für Erdwärmepumpen.
Kann eine Erdwärmepumpe im Sommer kühlen?
Ja. Mit einer Erdsonde ist passive Kühlung möglich: Das kühle Erdreich nimmt Wärme aus der Fußboden- oder Deckenheizung auf, ohne dass der Verdichter läuft. Der Stromverbrauch dafür ist sehr gering. Das ist ein echter Komfortvorteil gegenüber der Luftwärmepumpe.

