Infrarotheizung mit Photovoltaik: Lohnt sich das wirklich?
Kosten, Stromverbrauch und ehrliche Einschätzung: wann Infrarot mit Sonnenstrom ideal ist und wann eine Wärmepumpe die bessere Wahl bleibt.
- Paneel: 200 bis 700 €
- Haus komplett: 4.000 bis 7.000 €
- Effizienz: 1 kWh = 1 kWh
- Ideal: Bad und Übergangszeit
So funktioniert eine Infrarotheizung
Eine Infrarotheizung erwärmt nicht in erster Linie die Luft, sondern die Flächen und Menschen im Raum, ähnlich wie Sonnenstrahlen. Das fühlt sich schon bei etwas niedrigerer Raumtemperatur angenehm an, und die Wärme ist nach wenigen Minuten spürbar. Die Paneele sind flach, wartungsfrei und lassen sich an Wand oder Decke montieren, auch als Spiegel oder Bild.
Physikalisch ist die Infrarotheizung eine Direktstromheizung: Aus einer Kilowattstunde Strom wird genau eine Kilowattstunde Wärme. Eine Wärmepumpe macht aus derselben Kilowattstunde drei bis fünf. Genau hier liegt die entscheidende Frage: Wie viel des Stroms kann Ihre PV-Anlage liefern, wenn geheizt wird?
Photovoltaik und Infrarot: Das Winterproblem
Die Idee klingt verlockend: Das Dach produziert Strom, die Paneele machen daraus Wärme. In der Praxis passen Angebot und Bedarf zeitlich aber schlecht zusammen:
Im Dezember und Jänner, wenn am meisten geheizt wird, liefert eine PV-Anlage in unserer Region nur wenige Prozent ihres Jahresertrags. Heizen Sie ein ganzes Haus mit Infrarot, deckt die eigene PV-Anlage erfahrungsgemäß nur einen kleineren Teil des Heizstroms, grob ein Fünftel bis ein Drittel, je nach Speicher und Nutzung. Der Rest kommt aus dem Netz, und zwar im Winter, wenn Strom oft am teuersten ist.
Was kostet eine Infrarotheizung?
Anschaffung
| Gebäudestandard | Leistung je m² | Beispiel 20-m²-Zimmer |
|---|---|---|
| Passivhaus, Niedrigenergiehaus | 30 bis 40 W | 600 bis 800 W |
| gut gedämmter Neubau | 40 bis 60 W | 800 bis 1.200 W |
| durchschnittlicher Bestand | 60 bis 80 W | 1.200 bis 1.600 W |
| unsanierter Altbau | 80 bis 100 W | 1.600 bis 2.000 W |
Ein Paneel kostet je nach Leistung und Ausführung meist 200 bis 700 Euro, grob 50 bis 90 Euro je 100 Watt. Für ein komplettes Einfamilienhaus sind 4.000 bis 7.000 Euro inklusive Elektroinstallation realistisch. Das ist ein Bruchteil der Kosten einer Luftwärmepumpe.
Betrieb
| Anwendung | Stromverbrauch | Kosten pro Jahr (28 Cent je kWh) |
|---|---|---|
| Bad als Zusatzheizung, 600 W, 2 Stunden täglich in der Heizsaison | rund 220 kWh | rund 60 € |
| Hauptheizung Neubau, 100 m² | 5.000 bis 7.000 kWh | 1.400 bis 1.960 € |
| Zum Vergleich: Wärmepumpe, gleiches Haus | 2.000 bis 4.000 kWh | 560 bis 1.120 € |
Die Rechnung zeigt das Muster: Infrarot ist günstig in der Anschaffung und teuer im Betrieb, die Wärmepumpe umgekehrt. Je höher Ihr Wärmebedarf, desto schneller holt die Wärmepumpe ihre Mehrkosten wieder herein.
Infrarotheizung oder Wärmepumpe?
| Infrarotheizung | Wärmepumpe | |
|---|---|---|
| Anschaffung Einfamilienhaus | 4.000 bis 7.000 € | 14.000 bis 28.000 € (Luft) |
| Effizienz | 1 kWh Strom = 1 kWh Wärme | 1 kWh Strom = 3 bis 5 kWh Wärme |
| Strombedarf 100 m² Neubau | 5.000 bis 7.000 kWh | 2.000 bis 4.000 kWh |
| Bundesförderung Heizungstausch | nein | ja (2027 angekündigt) |
| Warmwasser | separat nötig | inklusive möglich |
| Wartung | keine | gering, regelmäßiger Service empfohlen |
| Ideal für | Zusatzheizung, Passivhaus, selten genutzte Räume | Hauptheizung in fast allen Häusern |
Wann sich eine Infrarotheizung wirklich lohnt
- Badezimmer: als Zusatzheizung, Spiegel- oder Handtuchheizung, schnell warm, niedrige Kosten.
- Selten genutzte Räume: Gästezimmer, Hobbyraum, Atelier, die nur bei Bedarf geheizt werden.
- Übergangszeit: Infrarot mit PV-Überschuss statt die Zentralheizung früh im Herbst zu starten.
- Passivhaus und sehr gut gedämmter Neubau: Der Wärmebedarf ist so gering, dass die niedrigen Investitionskosten überwiegen.
- Ferienhaus oder Nebenwohnsitz: geringe Nutzungsdauer, keine Frostgefahr bei Wasserleitungen der Heizung.
Weniger geeignet ist Infrarot als alleinige Heizung in einem normal oder schlecht gedämmten Einfamilienhaus. Dort sprechen Stromkosten und Förderlage klar für die Wärmepumpe, idealerweise kombiniert mit Photovoltaik.
Infrarot, Wärmepumpe oder beides?
EBZ Energie bietet Infrarotheizsysteme, Wärmepumpen und Photovoltaik. Deshalb beraten wir ohne Produktzwang und rechnen für Ihr Haus ehrlich durch, was sich lohnt.
So holen Sie mehr Sonnenstrom in die Infrarotheizung
- Thermostat mit Zeitsteuerung: Räume gezielt dann heizen, wenn sie genutzt werden, und in der Übergangszeit mittags vorwärmen.
- Batteriespeicher: verschiebt Sonnenstrom vom Mittag in den Abend. Im tiefen Winter bleibt der Speicher aber oft leer, hier hilft er wenig. Mehr im Ratgeber Batteriespeicher und Photovoltaik.
- Energiemanagementsystem: schaltet Paneele bei PV-Überschuss automatisch zu. Für die Steuerung mehrerer Komponenten gibt es bis zu 600 Euro EMS-Förderung.
- Dynamischer Stromtarif: Der Netzstrom im Winter wird günstiger, wenn Sie in Stunden mit niedrigen Börsenpreisen heizen, siehe dynamischer Stromtarif.
Fazit: Gute Ergänzung, selten die beste Hauptheizung
Eine Infrarotheizung ist günstig, wartungsfrei und angenehm, und mit Photovoltaik nutzt sie in der Übergangszeit kostenlosen Sonnenstrom. Als alleinige Heizung eines normal gedämmten Hauses ist sie aber teuer im Betrieb, weil Sonnenstrom im Winter knapp ist und jede Kilowattstunde nur eine Kilowattstunde Wärme liefert. Unsere Empfehlung: Infrarot gezielt dort einsetzen, wo es seine Stärken hat, und die Grundlast mit einer Wärmepumpe decken.
Vor dem Winter richtig planen
Wir prüfen Ihr Haus, Ihre PV-Anlage und Ihren Verbrauch und empfehlen die passende Kombination aus Infrarot, Wärmepumpe und Speicher.
Heizen mit Sonnenstrom: Beratung ohne Produktzwang
EBZ Energie installiert Infrarotheizsysteme, Wärmepumpen, Photovoltaik und Speicher in Kärnten und der Steiermark. Weil wir alle Systeme anbieten, empfehlen wir die Lösung, die sich für Sie rechnet.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine Infrarotheizung mit Photovoltaik?
Als Ergänzung ja, als alleinige Hauptheizung selten. Die PV-Anlage liefert in den kalten Monaten nur wenig Strom, deshalb kommt ein Großteil des Heizstroms auch mit PV aus dem Netz. Sinnvoll ist Infrarot mit PV vor allem für Bad, Übergangszeit, selten genutzte Räume und sehr gut gedämmte Häuser.
Wie viel Strom verbraucht eine Infrarotheizung?
Eine Infrarotheizung wandelt eine Kilowattstunde Strom in eine Kilowattstunde Wärme um. Im gut gedämmten Neubau mit 100 Quadratmetern sind 5.000 bis 7.000 Kilowattstunden pro Jahr realistisch, im Altbau deutlich mehr. Eine Wärmepumpe braucht für dieselbe Wärme etwa ein Drittel bis ein Viertel des Stroms.
Was kostet eine Infrarotheizung?
Einzelne Paneele kosten meist 200 bis 700 Euro. Für ein ganzes Einfamilienhaus liegen die Anschaffungskosten bei rund 4.000 bis 7.000 Euro, deutlich weniger als bei einer Wärmepumpe. Dafür sind die laufenden Stromkosten höher.
Wird eine Infrarotheizung in Österreich gefördert?
Die großen Heizungstausch-Programme wie die Sanierungsoffensive des Bundes fördern den Umstieg nur auf Wärmepumpe, Fernwärme oder Holzzentralheizung. Infrarotheizungen als Hauptheizung werden dort nicht gefördert. Die PV-Anlage selbst ist über den EAG-Investitionszuschuss förderfähig.
Wie viel Watt Infrarotheizung brauche ich pro Quadratmeter?
Als Richtwert: im Passivhaus 30 bis 40 Watt, im gut gedämmten Neubau 40 bis 60 Watt, im durchschnittlichen Bestand 60 bis 80 Watt und im unsanierten Altbau 80 bis 100 Watt je Quadratmeter. Die genaue Auslegung hängt von Raumhöhe, Fenstern und Dämmung ab.
Ist eine Infrarotheizung im Badezimmer sinnvoll?
Ja, das ist einer der besten Einsatzbereiche. Ein Paneel mit 600 Watt, das in der Heizsaison zwei Stunden am Tag läuft, kostet im Jahr rund 60 Euro Strom und macht das Bad in der Übergangszeit angenehm warm, ohne die Hauptheizung hochzudrehen. Als Spiegel- oder Handtuchheizung ist es zusätzlich praktisch.
Kann ich statt Wärmepumpe nur Infrarot und PV nehmen?
Im Passivhaus oder sehr gut gedämmten Neubau kann das funktionieren und spart hohe Investitionskosten. In normal gedämmten Häusern steigen die Stromkosten im Winter aber stark, weil die PV-Anlage dann wenig liefert. Wir rechnen beide Varianten für Ihr Haus ehrlich durch.

