Der Marktpreis 2026: aktuelle Werte und Verlauf
Die OeMAG (Abwicklungsstelle für Ökostrom AG) ist gesetzlich verpflichtet, Strom aus PV-Anlagen zum sogenannten Marktpreis abzunehmen. Dieser Preis wird monatlich im Nachhinein aus den Börsenpreisen zu den Einspeisestunden berechnet und in einen Korridor gezwängt: nach oben begrenzt durch den Quartalsmarktpreis der E-Control, nach unten durch 60 Prozent davon.
Stand Oktober 2026: Der OeMAG-Marktpreis für Photovoltaik beträgt für September 2026 10,168 Cent je Kilowattstunde (Quelle: oem-ag.at/marktpreis, monatlich im Nachhinein veröffentlicht). Im Juli 2026 lag er bei 6,146 Cent, der Untergrenze des Quartals, weil die Börsenpreise zur Mittagszeit wegen des vielen Solarstroms darunter lagen. Der Quartalsmarktpreis der E-Control für das dritte Quartal 2026 liegt bei 10,923 Cent (109,23 Euro je MWh) und bildet die Obergrenze.
| Zeitraum | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| 2019 (vor der Krise) | 3 bis 4 ct/kWh | langjähriges Niveau |
| 2022/23 (Energiekrise) | 30 bis 40 ct/kWh | historische Ausnahme |
| Q4 2025 (Quartalsmarktpreis) | 9,17 ct/kWh | Stand bei Erstveröffentlichung dieses Artikels |
| Q3 2026 (Quartalsmarktpreis E-Control) | 10,923 ct/kWh | Obergrenze für den OeMAG-Tarif |
| Juli 2026 (OeMAG-Marktpreis PV) | 6,146 ct/kWh | gesetzliche Untergrenze (60 %) |
| September 2026 (OeMAG-Marktpreis PV) | 10,168 ct/kWh | aktueller Wert, nahe der Obergrenze |
Die Ära der Krisenpreise ist vorbei, und der Tarif schwankt im Korridor: In Monaten mit viel Mittagssolarstrom fällt er auf die Untergrenze (Juli 2026), in anderen nähert er sich der Obergrenze (September 2026). Für die Wirtschaftlichkeit bleibt er in jedem Fall weit unter dem Bezugspreis. Wie die Berechnung im Detail funktioniert und welche Alternativen es gibt, lesen Sie im Ratgeber OeMAG-Einspeisetarif und im Vergleich Einspeisetarif für Photovoltaik.
Das neue Rechenmodell: Eigenverbrauch schlägt Einspeisung
Was bedeuten 6 bis 10 Cent für Ihre Strategie? Sie bedeuten, dass das alte Modell „Dach vollmachen und alles verkaufen“ nicht mehr funktioniert. Die Rechnung:
- Eine Kilowattstunde vom Netzbetreiber kostet inklusive Netzgebühren, Abgaben und Steuern im Schnitt rund 30 bis 35 Cent*.
- Eine selbst produzierte Kilowattstunde bringt bei der OeMAG je nach Monat 6,146 Cent (Juli 2026) bis 10,168 Cent (September 2026).
- Die Differenz, der „Spread“, beträgt also rund 20 bis 24 Cent je Kilowattstunde.
Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, spart rund 30 Cent Ausgabe. Jede Kilowattstunde, die Sie einspeisen, bringt 6 bis 10 Cent Einnahme. Der Wert des selbst verbrauchten Stroms ist damit rund drei- bis fünfmal so hoch wie der des eingespeisten. Der Gewinn Ihrer Anlage liegt nicht mehr im Verkauf von Energie, sondern in der Vermeidung von Zukauf: Ihre PV-Anlage ist keine Einnahmequelle für Einspeisevergütungen, sondern eine Sparbüchse für Ihre Betriebskosten.
*Richtwerte für Haushaltskunden inklusive Netzentgelte, Abgaben und Steuern. Der tatsächliche Bezugspreis hängt von Lieferant, Tarif und Netzgebiet ab.
Die Rückkehr der Förder-Calls (BGBl. I Nr. 69/2025)
Bis April 2025 galt in Österreich ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent auf PV-Anlagen: Der Preis auf der Rechnung war netto gleich brutto. Diese Regelung ist ausgelaufen und wurde nicht verlängert, seither gilt wieder der reguläre Steuersatz von 20 Prozent. Ist PV damit 20 Prozent teurer geworden? Unter dem Strich nein. Denn mit der Novelle des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG), kundgemacht im Bundesgesetzblatt I Nr. 69/2025, war die Finanzierung der klassischen Investitionszuschüsse für 2026 gesichert. So lief der Ablauf im Call 2026:
- Brutto bezahlenZunächst wurde die Bruttosumme inklusive 20 Prozent Umsatzsteuer bezahlt.
- Antrag im Fördercall einreichenEs gab feste Zeitfenster („Calls“), in denen Anträge gestellt werden mussten. Wer das Fenster verpasste oder Formfehler machte, ging leer aus (Reihung nach Eingang beziehungsweise Förderbedarf).
- Zuschuss erhaltenDanach wurde ein fixer Zuschuss pro installiertem Kilowattpeak (kWp) und pro Kilowattstunde (kWh) Speicherkapazität zurücküberwiesen.
Stand ab 23. Oktober 2026: Der dritte und letzte Fördercall 2026 lief vom 8. bis 22. Oktober 2026. Im bisherigen System gibt es keinen weiteren Call, neue Anlagen bekommen derzeit keinen Bundeszuschuss. Ab 2027 ist laut Eckpunkten des BMWET eine Neuausrichtung zur Systemförderung geplant, aber nicht beschlossen: Antrag nach Installation und Rechnung statt Fördercall, gefördert werden sollen Speicher mit intelligenter Steuerung, auch als Nachrüstung. Projekte mit intelligentem Speicher, die ab 1. November 2026 in Betrieb gehen, sollen 2027 im neuen System beantragbar sein. Höhe und Technikkriterien sind noch offen.
Wer jetzt plant, baut deshalb sinnvoll mit Speicher und Energiemanagement: Das wahrt die Chance auf die Systemförderung 2027, und Kärnten zahlt die 3.000 Euro Landespauschale (2. Landes-Call bis 31. Dezember 2026) nur mit Speicher. Die Details zu Bund und Ländern finden Sie in den Ratgebern Photovoltaik-Förderung Österreich, Förderung Kärnten und Förderung Steiermark.
Die Konsequenz für die Technik: Der Speicher ist der Rendite-Hebel
Aus Förder- und Marktsituation ergibt sich für 2026 eine klare technische Marschrichtung: Wer heute eine PV-Anlage ohne Batteriespeicher plant, verschenkt das größte Sparpotenzial. Zwei Faktoren haben sich geändert:
- Hardware-Preise: Die Preise für Lithium-Eisenphosphat-Speicher (LFP) sind in den letzten 24 Monaten deutlich gefallen.
- Marktpreis-Schere: Der Wert des selbst verbrauchten Stroms ist ein Vielfaches des eingespeisten.
| Konfiguration | Eigenverbrauchsanteil* | Was mit dem Rest passiert |
|---|---|---|
| PV ohne Speicher | rund 30 % | 70 % Einspeisung zum Marktpreis (2026: 6 bis 10 ct) |
| PV mit passend dimensioniertem Speicher | 70 bis 80 % | Mittagsstrom wird abends genutzt |
| PV, Speicher und Energiemanagement | noch höher | Überschuss geht in Wärmepumpe und Wallbox |
Ohne Speicher nutzen typische Haushalte nur rund 30 Prozent ihres Solarstroms selbst, weil die Sonne scheint, während Sie bei der Arbeit sind. Mit einem passend dimensionierten Speicher steigt dieser Wert auf 70 bis 80 Prozent. Sie retten den Mittagsstrom in den Abend, um zu kochen, zu waschen oder das E-Auto zu laden.
Intelligentes Energiemanagement
Ist der Speicher im Sommer schon um 11 Uhr voll, soll der Überschuss nicht für 6 bis 10 Cent ins Netz fließen. Stattdessen gibt ein Energiemanagementsystem der Wärmepumpe das Signal, jetzt Warmwasser zu bereiten, oder der Wallbox, das E-Auto zu laden. So wird Ihr Dach zur Energiequelle für Wärme und Mobilität. Seit Juni 2026 fördert der Klimafonds solche Systeme mit bis zu 600 Euro für Haushalte (siehe EMS-Förderung 2026). In Kombination mit einem dynamischen Stromtarif legt das EMS auch den Zukauf in die günstigsten Stunden.
*Richtwerte aus der Praxis. Der tatsächliche Eigenverbrauchsanteil hängt von Verbrauchsprofil, Anlagengröße und Speicherkapazität ab.
Rechnen wir mit Ihren Zahlen
Wir erstellen für Ihr Dach einen Projektbericht mit 3D-Belegplan und Statikreport, mit den aktuellen OeMAG-Werten, Ihrem Lastprofil und der passenden Speichergröße.
Warum Warten keine Option mehr ist
In Beratungsgesprächen hören wir oft: „Vielleicht wird die Technik nächstes Jahr noch billiger oder die Förderung besser.“ Drei Gründe sprechen gegen diese Strategie:
- Die Lohnkosten steigen: Module und Speicher sind günstig, der größte Kostenblock einer Installation ist mittlerweile die Handwerksleistung. Montage, Verkabelung und Dacharbeiten sind qualifizierte Facharbeit, und die Lohnkosten in Österreich steigen inflationsbedingt weiter.
- Der Netzzugang wird enger: Das Stromnetz in der Steiermark und in Kärnten füllt sich. In manchen Regionen gibt es bereits Einschränkungen bei der Einspeiseleistung. Mit dem neuen ElWG dürfen Netzbetreiber neue Anlagen zudem auf 70 Prozent der Leistung begrenzen. Wer jetzt ans Netz geht, sichert sich seine Kapazität.
- Der Vorsprung-Effekt: Jeder Monat ohne PV-Anlage bedeutet die volle Stromrechnung an den Versorger. Eine Anlage, die im Frühjahr 2026 gebaut wird, hat bis Sommer 2027 über ein Jahr Erträge erwirtschaftet. Diesen Vorsprung holt eine spätere, vielleicht minimal günstigere Anlage nie auf.
Fazit: Die Ampel steht auf Grün
2026 ist ein gutes Jahr für Photovoltaik, aber mit anderer Logik als 2022: Der Bundeszuschuss 2026 ist mit dem letzten Call am 22. Oktober ausgelaufen, die Systemförderung 2027 ist laut BMWET geplant, und in Kärnten zahlt das Land weiter 3.000 Euro für PV mit Speicher. Die Technik ist ausgereift und preiswert. Der Strompreis ist hoch genug, um Sparen attraktiv zu machen, während der Einspeisetarif mit 6 bis 10 Cent (2026) so weit darunter liegt, dass Eigenverbrauch über Speicher und Energiemanagement zur Pflicht wird. Bei EBZ Energie liegt eine 10-kWp-Anlage mit Speicher je nach Dach bei rund 15.000 bis 22.000 Euro vor Förderung, die Amortisation typischerweise bei 4 bis 6 Jahren.
Lassen Sie uns gemeinsam rechnen
Ehrlich, transparent und auf Basis der aktuellen Gesetzeslage und OeMAG-Werte: Wir zeigen Ihnen, wie hoch Förderung und Ersparnis für Ihr Dach konkret ausfallen.
Ihr Partner in einem komplexen Umfeld: EBZ Energie
Neue Gesetze, volatile Marktpreise, technische Anforderungen: Sie brauchen einen Partner, der mehr bietet als einen Webshop. EBZ Energie ist in Villach verwurzelt und hat über 300 Projekte in 6 Bundesländern umgesetzt. Wir verbauen standardmäßig Glas-Glas-Module, die widerstandsfähiger gegen Hagel, Schneedruck und Ammoniak sind, mit bis zu 30 Jahren Leistungsgarantie und mindestens 10 Jahren Produktgarantie.
- EBZ Energie GmbH, Triglavstraße 15, 9500 Villach
- +43 650 220 26 26
- office@ebz-energie.com
- Mo bis Fr: 10:00 bis 20:00 Uhr
Häufige Fragen
Wie hoch ist der OeMAG-Marktpreis aktuell?
Bekomme ich jetzt noch eine Förderung, obwohl die 0 Prozent Umsatzsteuer weg sind?
Lohnt sich eine Anlage noch, wenn ich nur 6 bis 10 Cent für die Einspeisung bekomme?
Ist ein Batteriespeicher jetzt Pflicht?
Was passiert, wenn ich den Förder-Call 2026 verpasst habe?
Soll ich noch warten, ob die Preise für PV-Anlagen weiter fallen?
Gibt es Alternativen zur OeMAG-Einspeisung?
Wie oft ändert sich der Marktpreis?
Fachlich geprüft von Mario Zintl, Geschäftsführung EBZ Energie GmbH. Mario Zintl führt die EBZ Energie GmbH in Villach. Sein Team plant und installiert Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpen und Energiemanagementsysteme in Kärnten und der Steiermark und rechnet jedes Projekt mit den aktuellen OeMAG-Werten. Marktpreise werden monatlich anhand der Veröffentlichungen von OeMAG und E-Control aktualisiert. Keine Rechts- oder Steuerberatung, maßgeblich sind die offiziellen Förderbedingungen.
