Markt · Einspeisetarif und Förderung

Marktpreis 2026: Lohnt sich Photovoltaik bei 6 bis 10 Cent Einspeisetarif noch?

Der OeMAG-Marktpreis für PV-Strom lag im September 2026 bei 10,168 Cent je Kilowattstunde, im Juli bei 6,146 Cent; der Netzbezug kostet rund 30 Cent. Diese Schere entscheidet über die Strategie: Nicht die Einspeisung bringt die Rendite, sondern jede selbst verbrauchte Kilowattstunde.

  • OeMAG September 2026: 10,168 ct/kWh
  • OeMAG Juli 2026: 6,146 ct/kWh
  • Netzbezug: rund 30 ct/kWh*
  • Letzter EAG-Call: bis 22.10.2026, beendet
  • Aktualisiert: Oktober 2026
  • Lesezeit: 11 Minuten
  • Fachlich geprüft von Mario Zintl
Photovoltaikanlage von EBZ Energie auf einem Wohnhausdach in Kärnten
10,168 ctOeMAG-Marktpreis PV, September 2026
6,146 ctOeMAG-Marktpreis PV, Juli 2026 (Untergrenze)
30 bis 35 ctNetzbezug je kWh inkl. Abgaben*
70 bis 80 %Eigenverbrauch mit Speicher*

Der Marktpreis 2026: aktuelle Werte und Verlauf

Die OeMAG (Abwicklungsstelle für Ökostrom AG) ist gesetzlich verpflichtet, Strom aus PV-Anlagen zum sogenannten Marktpreis abzunehmen. Dieser Preis wird monatlich im Nachhinein aus den Börsenpreisen zu den Einspeisestunden berechnet und in einen Korridor gezwängt: nach oben begrenzt durch den Quartalsmarktpreis der E-Control, nach unten durch 60 Prozent davon.

Stand Oktober 2026: Der OeMAG-Marktpreis für Photovoltaik beträgt für September 2026 10,168 Cent je Kilowattstunde (Quelle: oem-ag.at/marktpreis, monatlich im Nachhinein veröffentlicht). Im Juli 2026 lag er bei 6,146 Cent, der Untergrenze des Quartals, weil die Börsenpreise zur Mittagszeit wegen des vielen Solarstroms darunter lagen. Der Quartalsmarktpreis der E-Control für das dritte Quartal 2026 liegt bei 10,923 Cent (109,23 Euro je MWh) und bildet die Obergrenze.

ZeitraumWertEinordnung
2019 (vor der Krise)3 bis 4 ct/kWhlangjähriges Niveau
2022/23 (Energiekrise)30 bis 40 ct/kWhhistorische Ausnahme
Q4 2025 (Quartalsmarktpreis)9,17 ct/kWhStand bei Erstveröffentlichung dieses Artikels
Q3 2026 (Quartalsmarktpreis E-Control)10,923 ct/kWhObergrenze für den OeMAG-Tarif
Juli 2026 (OeMAG-Marktpreis PV)6,146 ct/kWhgesetzliche Untergrenze (60 %)
September 2026 (OeMAG-Marktpreis PV)10,168 ct/kWhaktueller Wert, nahe der Obergrenze

Die Ära der Krisenpreise ist vorbei, und der Tarif schwankt im Korridor: In Monaten mit viel Mittagssolarstrom fällt er auf die Untergrenze (Juli 2026), in anderen nähert er sich der Obergrenze (September 2026). Für die Wirtschaftlichkeit bleibt er in jedem Fall weit unter dem Bezugspreis. Wie die Berechnung im Detail funktioniert und welche Alternativen es gibt, lesen Sie im Ratgeber OeMAG-Einspeisetarif und im Vergleich Einspeisetarif für Photovoltaik.

Das neue Rechenmodell: Eigenverbrauch schlägt Einspeisung

Was bedeuten 6 bis 10 Cent für Ihre Strategie? Sie bedeuten, dass das alte Modell „Dach vollmachen und alles verkaufen“ nicht mehr funktioniert. Die Rechnung:

  • Eine Kilowattstunde vom Netzbetreiber kostet inklusive Netzgebühren, Abgaben und Steuern im Schnitt rund 30 bis 35 Cent*.
  • Eine selbst produzierte Kilowattstunde bringt bei der OeMAG je nach Monat 6,146 Cent (Juli 2026) bis 10,168 Cent (September 2026).
  • Die Differenz, der „Spread“, beträgt also rund 20 bis 24 Cent je Kilowattstunde.

Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, spart rund 30 Cent Ausgabe. Jede Kilowattstunde, die Sie einspeisen, bringt 6 bis 10 Cent Einnahme. Der Wert des selbst verbrauchten Stroms ist damit rund drei- bis fünfmal so hoch wie der des eingespeisten. Der Gewinn Ihrer Anlage liegt nicht mehr im Verkauf von Energie, sondern in der Vermeidung von Zukauf: Ihre PV-Anlage ist keine Einnahmequelle für Einspeisevergütungen, sondern eine Sparbüchse für Ihre Betriebskosten.

Alternative: Wer Überschuss lieber an Nachbarn oder Familie verkauft als an die OeMAG, findet in der Energiegemeinschaft eine Alternative: Der Einspeisepreis wird fix vereinbart, typisch 8 bis 12 Cent*, statt monatlich zu schwanken; zusätzlich sparen Mitglieder im Nahbereich bis zu 57 Prozent der Netzentgelte (siehe Netzkosten in der Energiegemeinschaft).

*Richtwerte für Haushaltskunden inklusive Netzentgelte, Abgaben und Steuern. Der tatsächliche Bezugspreis hängt von Lieferant, Tarif und Netzgebiet ab.

Die Rückkehr der Förder-Calls (BGBl. I Nr. 69/2025)

Bis April 2025 galt in Österreich ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent auf PV-Anlagen: Der Preis auf der Rechnung war netto gleich brutto. Diese Regelung ist ausgelaufen und wurde nicht verlängert, seither gilt wieder der reguläre Steuersatz von 20 Prozent. Ist PV damit 20 Prozent teurer geworden? Unter dem Strich nein. Denn mit der Novelle des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG), kundgemacht im Bundesgesetzblatt I Nr. 69/2025, war die Finanzierung der klassischen Investitionszuschüsse für 2026 gesichert. So lief der Ablauf im Call 2026:

  1. Brutto bezahlenZunächst wurde die Bruttosumme inklusive 20 Prozent Umsatzsteuer bezahlt.
  2. Antrag im Fördercall einreichenEs gab feste Zeitfenster („Calls“), in denen Anträge gestellt werden mussten. Wer das Fenster verpasste oder Formfehler machte, ging leer aus (Reihung nach Eingang beziehungsweise Förderbedarf).
  3. Zuschuss erhaltenDanach wurde ein fixer Zuschuss pro installiertem Kilowattpeak (kWp) und pro Kilowattstunde (kWh) Speicherkapazität zurücküberwiesen.

Stand ab 23. Oktober 2026: Der dritte und letzte Fördercall 2026 lief vom 8. bis 22. Oktober 2026. Im bisherigen System gibt es keinen weiteren Call, neue Anlagen bekommen derzeit keinen Bundeszuschuss. Ab 2027 ist laut Eckpunkten des BMWET eine Neuausrichtung zur Systemförderung geplant, aber nicht beschlossen: Antrag nach Installation und Rechnung statt Fördercall, gefördert werden sollen Speicher mit intelligenter Steuerung, auch als Nachrüstung. Projekte mit intelligentem Speicher, die ab 1. November 2026 in Betrieb gehen, sollen 2027 im neuen System beantragbar sein. Höhe und Technikkriterien sind noch offen.

Wer jetzt plant, baut deshalb sinnvoll mit Speicher und Energiemanagement: Das wahrt die Chance auf die Systemförderung 2027, und Kärnten zahlt die 3.000 Euro Landespauschale (2. Landes-Call bis 31. Dezember 2026) nur mit Speicher. Die Details zu Bund und Ländern finden Sie in den Ratgebern Photovoltaik-Förderung Österreich, Förderung Kärnten und Förderung Steiermark.

Die Konsequenz für die Technik: Der Speicher ist der Rendite-Hebel

Aus Förder- und Marktsituation ergibt sich für 2026 eine klare technische Marschrichtung: Wer heute eine PV-Anlage ohne Batteriespeicher plant, verschenkt das größte Sparpotenzial. Zwei Faktoren haben sich geändert:

  • Hardware-Preise: Die Preise für Lithium-Eisenphosphat-Speicher (LFP) sind in den letzten 24 Monaten deutlich gefallen.
  • Marktpreis-Schere: Der Wert des selbst verbrauchten Stroms ist ein Vielfaches des eingespeisten.
KonfigurationEigenverbrauchsanteil*Was mit dem Rest passiert
PV ohne Speicherrund 30 %70 % Einspeisung zum Marktpreis (2026: 6 bis 10 ct)
PV mit passend dimensioniertem Speicher70 bis 80 %Mittagsstrom wird abends genutzt
PV, Speicher und Energiemanagementnoch höherÜberschuss geht in Wärmepumpe und Wallbox

Ohne Speicher nutzen typische Haushalte nur rund 30 Prozent ihres Solarstroms selbst, weil die Sonne scheint, während Sie bei der Arbeit sind. Mit einem passend dimensionierten Speicher steigt dieser Wert auf 70 bis 80 Prozent. Sie retten den Mittagsstrom in den Abend, um zu kochen, zu waschen oder das E-Auto zu laden.

Intelligentes Energiemanagement

Ist der Speicher im Sommer schon um 11 Uhr voll, soll der Überschuss nicht für 6 bis 10 Cent ins Netz fließen. Stattdessen gibt ein Energiemanagementsystem der Wärmepumpe das Signal, jetzt Warmwasser zu bereiten, oder der Wallbox, das E-Auto zu laden. So wird Ihr Dach zur Energiequelle für Wärme und Mobilität. Seit Juni 2026 fördert der Klimafonds solche Systeme mit bis zu 600 Euro für Haushalte (siehe EMS-Förderung 2026). In Kombination mit einem dynamischen Stromtarif legt das EMS auch den Zukauf in die günstigsten Stunden.

*Richtwerte aus der Praxis. Der tatsächliche Eigenverbrauchsanteil hängt von Verbrauchsprofil, Anlagengröße und Speicherkapazität ab.

Rechnen wir mit Ihren Zahlen

Wir erstellen für Ihr Dach einen Projektbericht mit 3D-Belegplan und Statikreport, mit den aktuellen OeMAG-Werten, Ihrem Lastprofil und der passenden Speichergröße.

Warum Warten keine Option mehr ist

In Beratungsgesprächen hören wir oft: „Vielleicht wird die Technik nächstes Jahr noch billiger oder die Förderung besser.“ Drei Gründe sprechen gegen diese Strategie:

  • Die Lohnkosten steigen: Module und Speicher sind günstig, der größte Kostenblock einer Installation ist mittlerweile die Handwerksleistung. Montage, Verkabelung und Dacharbeiten sind qualifizierte Facharbeit, und die Lohnkosten in Österreich steigen inflationsbedingt weiter.
  • Der Netzzugang wird enger: Das Stromnetz in der Steiermark und in Kärnten füllt sich. In manchen Regionen gibt es bereits Einschränkungen bei der Einspeiseleistung. Mit dem neuen ElWG dürfen Netzbetreiber neue Anlagen zudem auf 70 Prozent der Leistung begrenzen. Wer jetzt ans Netz geht, sichert sich seine Kapazität.
  • Der Vorsprung-Effekt: Jeder Monat ohne PV-Anlage bedeutet die volle Stromrechnung an den Versorger. Eine Anlage, die im Frühjahr 2026 gebaut wird, hat bis Sommer 2027 über ein Jahr Erträge erwirtschaftet. Diesen Vorsprung holt eine spätere, vielleicht minimal günstigere Anlage nie auf.

Fazit: Die Ampel steht auf Grün

2026 ist ein gutes Jahr für Photovoltaik, aber mit anderer Logik als 2022: Der Bundeszuschuss 2026 ist mit dem letzten Call am 22. Oktober ausgelaufen, die Systemförderung 2027 ist laut BMWET geplant, und in Kärnten zahlt das Land weiter 3.000 Euro für PV mit Speicher. Die Technik ist ausgereift und preiswert. Der Strompreis ist hoch genug, um Sparen attraktiv zu machen, während der Einspeisetarif mit 6 bis 10 Cent (2026) so weit darunter liegt, dass Eigenverbrauch über Speicher und Energiemanagement zur Pflicht wird. Bei EBZ Energie liegt eine 10-kWp-Anlage mit Speicher je nach Dach bei rund 15.000 bis 22.000 Euro vor Förderung, die Amortisation typischerweise bei 4 bis 6 Jahren.

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Ehrlich, transparent und auf Basis der aktuellen Gesetzeslage und OeMAG-Werte: Wir zeigen Ihnen, wie hoch Förderung und Ersparnis für Ihr Dach konkret ausfallen.

Ihr Partner in einem komplexen Umfeld: EBZ Energie

Neue Gesetze, volatile Marktpreise, technische Anforderungen: Sie brauchen einen Partner, der mehr bietet als einen Webshop. EBZ Energie ist in Villach verwurzelt und hat über 300 Projekte in 6 Bundesländern umgesetzt. Wir verbauen standardmäßig Glas-Glas-Module, die widerstandsfähiger gegen Hagel, Schneedruck und Ammoniak sind, mit bis zu 30 Jahren Leistungsgarantie und mindestens 10 Jahren Produktgarantie.

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Alles aus einer HandVom Drohnen-Aufmaß über den Projektbericht bis zur Förder-Einreichung.
FördermanagementWir kennen die Landesfristen und das geplante System 2027 und reichen fristgerecht ein.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der OeMAG-Marktpreis aktuell?
Stand Oktober 2026: Für September 2026 beträgt der OeMAG-Marktpreis für Photovoltaik 10,168 Cent je Kilowattstunde. Im Juli 2026 lag er mit 6,146 Cent an der gesetzlichen Untergrenze von 60 Prozent des Quartalsmarktpreises der E-Control (Q3 2026: 10,923 Cent). Der Wert schwankt monatlich; im vierten Quartal 2025 lag der Marktpreis bei 9,17 Cent.
Bekomme ich jetzt noch eine Förderung, obwohl die 0 Prozent Umsatzsteuer weg sind?
Vom Bund derzeit nicht: Statt des Nullsteuersatzes gab es 2026 EAG-Investitionszuschüsse über drei Fördercalls, der letzte lief vom 8. bis 22. Oktober 2026. Ab 2027 ist laut BMWET eine Systemförderung geplant, aber nicht beschlossen. In Kärnten gibt es 3.000 Euro Landespauschale für PV mit Speicher (Einreichung bis 31. Dezember 2026). EBZ Energie übernimmt die Antragstellung.
Lohnt sich eine Anlage noch, wenn ich nur 6 bis 10 Cent für die Einspeisung bekomme?
Ja, aber die Strategie ändert sich. Da der Netzbezug rund 30 Cent kostet, ist jede selbst verbrauchte Kilowattstunde drei- bis fünfmal so viel wert wie eine eingespeiste. Die Rendite entsteht durch Einsparung, nicht durch Verkauf. Eine passend dimensionierte Anlage mit Speicher amortisiert sich bei EBZ Energie typischerweise in 4 bis 6 Jahren.
Ist ein Batteriespeicher jetzt Pflicht?
Rechtlich nein, wirtschaftlich fast immer ja. Der Speicher hebt den Eigenverbrauch von rund 30 auf 70 bis 80 Prozent und rettet den Mittagsstrom in den Abend. Zudem sind systemdienliche Speicher laut ElWG 20 Jahre von Infrastrukturbeiträgen befreit.
Was passiert, wenn ich den Förder-Call 2026 verpasst habe?
Der letzte Call 2026 endete am 22. Oktober 2026, im alten System gibt es keinen weiteren Call. Ab 2027 ist laut BMWET eine Systemförderung mit Antrag nach der Installation geplant, nicht beschlossen; Projekte mit intelligentem Speicher, die ab 1. November 2026 in Betrieb gehen, sollen dort beantragbar sein. Höhe und Kriterien sind noch offen. Wer jetzt baut, plant daher mit Speicher und Energiemanagement.
Soll ich noch warten, ob die Preise für PV-Anlagen weiter fallen?
Wir raten davon ab. Die Hardwarepreise haben einen Boden erreicht, gleichzeitig steigen Lohn- und Montagekosten jährlich. Zudem riskieren Sie bei längerem Warten, dass Netzkapazitäten in Ihrer Region erschöpft sind. Auf die geplante Systemförderung 2027 müssen Sie nicht warten: Projekte mit intelligentem Speicher ab 1. November 2026 sollen laut BMWET dort beantragbar sein.
Gibt es Alternativen zur OeMAG-Einspeisung?
Ja. In einer Energiegemeinschaft verkaufen Sie Überschuss an Nachbarn oder Familie zu einem fix vereinbarten Preis, typischerweise 8 bis 12 Cent (Beispielwerte), und sparen im Nahbereich bis zu 57 Prozent der Netzentgelte. Der OeMAG-Vertrag bleibt als Auffangnetz für den Rest bestehen. Auch andere Lieferanten bieten Einspeisetarife an.
Wie oft ändert sich der Marktpreis?
Der OeMAG-Marktpreis wird seit Jänner 2024 monatlich im Nachhinein festgelegt. Die Ober- und Untergrenze setzt die E-Control mit dem Quartalsmarktpreis. Wir aktualisieren die Werte in diesem Ratgeber laufend.
Mario Zintl, Geschäftsführung EBZ Energie GmbH

Fachlich geprüft von Mario Zintl, Geschäftsführung EBZ Energie GmbH. Mario Zintl führt die EBZ Energie GmbH in Villach. Sein Team plant und installiert Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpen und Energiemanagementsysteme in Kärnten und der Steiermark und rechnet jedes Projekt mit den aktuellen OeMAG-Werten. Marktpreise werden monatlich anhand der Veröffentlichungen von OeMAG und E-Control aktualisiert. Keine Rechts- oder Steuerberatung, maßgeblich sind die offiziellen Förderbedingungen.

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