Photovoltaik-Landesförderungen

Österreich

Wer 2026 in Österreich eine Photovoltaikanlage errichten will, sieht sich einem regelrechten Förder-Dschungel gegenüber. Während der Bund über das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) einheitlich agiert, kocht jedes der neun Bundesländer sein eigenes Süppchen – mit eigenen Richtlinien, Pauschalen, Stichtagen und Sonderschienen. Was in Kärnten als attraktive 3.000-Euro-Pauschale lockt, gibt es in Salzburg gar nicht mehr. Was in Wien neu eröffnet wird, läuft in Niederösterreich nur über die Wohnbauförderung. Wer nicht weiß, was wo gilt, verschenkt schnell mehrere tausend Euro – oder beantragt im schlimmsten Fall eine Förderung, für die er gar nicht infrage kommt.

Genau deshalb haben wir diesen umfassenden Ratgeber für Sie erstellt. Auf den folgenden Seiten finden Sie alle aktuellen PV-Landesförderungen 2026 für alle neun Bundesländer im strukturierten Vergleich – mit konkreten Beträgen, Stichtagen, Voraussetzungen und Praxis-Tipps. Egal, ob Sie in Klagenfurt, Graz, Innsbruck, Salzburg, Linz, St. Pölten, Eisenstadt, Bregenz oder Wien wohnen: Hier erfahren Sie, welche Förderungen Sie kombinieren können, worauf Sie achten müssen und wie Sie das absolute Maximum für Ihre PV-Anlage herausholen.

Das Förder-Drei-Säulen-Modell in Österreich erklärt

Bevor wir uns die einzelnen Bundesländer im Detail ansehen, ist es wichtig, das Grundprinzip der österreichischen PV-Förderlandschaft zu verstehen. PV-Förderungen funktionieren in Österreich nach einem Drei-Säulen-Modell. Jede dieser Ebenen hat ihre eigenen Programme, Töpfe und Spielregeln, und in vielen Fällen lassen sie sich kombinieren:

  • Säule 1 – Bund (EAG): Einheitlicher Investitionszuschuss in ganz Österreich, abgewickelt über die OeMAG.
  • Säule 2 – Bundesland: Eigene Programme – von 3.000-€-Pauschalen (Kärnten) bis zur kompletten Einstellung (Salzburg).
  • Säule 3 – Gemeinde: Oft übersehen, je nach Wohnort 200 – 1.000 € zusätzlich möglich.

Die erste und mit Abstand wichtigste Säule ist der EAG-Investitionszuschuss des Bundes. Er ist mit insgesamt 60 Millionen Euro Budget für 2026 ausgestattet und bringt für eine typische Privatanlage zwischen 1.500 und 2.800 Euro an Direktzuschuss. Die zweite Säule, die Landesförderungen, zeigt eine extreme Vielfalt: Manche Bundesländer haben attraktive Pauschalen, andere fördern PV nur im Rahmen von Sanierungsprojekten, wieder andere haben die direkte PV-Förderung komplett eingestellt. Die dritte Säule – die Gemeindeförderungen – ist ein oft übersehener Topf, der je nach Wohnort zusätzlich bis zu 1.000 Euro bringen kann.

Der entscheidende Punkt für 2026: Seit der EAG-Novelle 2026 ist die Kombinierbarkeit für PV-Anlagen bis 100 kWp (Kategorien A, B, C) explizit erlaubt – sofern die beihilferechtlichen Höchstgrenzen eingehalten werden. Was in der Praxis kombinierbar ist und was nicht, hängt jedoch von der jeweiligen Landesrichtlinie ab. Hier lohnt sich der detaillierte Blick auf jedes einzelne Bundesland.

EAG-Bundesförderung 2026: Die einheitliche Basis für ganz Österreich

Da der EAG-Investitionszuschuss für alle neun Bundesländer gleich gilt, fassen wir die wichtigsten Eckdaten hier kompakt zusammen, bevor wir auf die individuellen Landesförderungen eingehen. Mit der EAG-Investitionszuschüsseverordnung-Strom-Novelle 2026 wurden die Konditionen am 16. Januar 2026 für das laufende Jahr fixiert. Die offizielle Antragsabwicklung erfolgt über die EAG-Förderabwicklungsstelle der OeMAG.

Fördersätze 2026 nach Anlagengröße

Kategorie

Anlagengröße

Fördersatz

Speicher

A

bis 10 kWp

150 €/kWp

150 €/kWh (max. 50 kWh)

B

10 – 20 kWp

140 €/kWp

150 €/kWh (max. 50 kWh)

C

20 – 100 kWp

max. 130 €/kWp

150 €/kWh (max. 50 kWh)

D

100 – 1.000 kWp

max. 120 €/kWp

150 €/kWh (max. 50 kWh)

 

Hinzu kommt der Made-in-Europe-Bonus mit jeweils 10 % pro Komponente (PV-Module, Wechselrichter, Speicher) – insgesamt also bis zu 20 % Zuschlag für die PV-Anlage und weitere 10 % für den Speicher. Die zugelassenen Komponenten finden Sie auf der offiziellen White List der OeMAG.

Die drei Fördercalls 2026

Call

Zeitraum

Hinweis

Call 1

23. April – 11. Mai 2026

Erster Call des Jahres – meist hohe Nachfrage

Call 2

16. – 30. Juni 2026

Sommer-Call

Call 3

ab 8. Oktober 2026

Herbst-Call

 

Die Antragstellung erfolgt online, in den Kategorien A und B nach dem First-Come-First-Served-Prinzip mit Ticketziehung. Wichtig: Der Antrag muss vor Inbetriebnahme der Anlage gestellt werden.

Burgenland: Speicherförderung als zentraler Hebel

Im östlichsten Bundesland Österreichs liegt der Schwerpunkt der Landesförderung im Privatbereich nicht auf der PV-Anlage selbst, sondern auf der nachträglichen Errichtung von Stromspeichern. Eine eigene direkte PV-Pauschale für Privathaushalte gibt es im Burgenland 2026 nicht. Wer hier eine neue PV-Anlage baut, muss sich auf die Bundesförderung stützen – ergänzt durch die attraktive Speicher-Nachrüstung des Landes.

Eckdaten Stromspeicher-Förderung Burgenland 2026

  • Förderhöhe: 100 € pro kWh nutzbarer Speicherkapazität
  • Maximalförderung: 2.000 € (bei 20 kWh)
  • Kostendeckel: 30 % der anrechenbaren Kosten
  • Antragsberechtigt: Eigentümer privater Wohngebäude (Wohnfläche > 50 % des Gesamtgebäudes)
  • Frist: bis sechs Monate nach Rechnungsdatum

Eine wichtige Besonderheit gibt es zu beachten: Im Burgenland gilt das strikte Prinzip „Bund vor Land“. Das bedeutet: Die EAG-Bundesförderung muss vorrangig beantragt werden. Wer aus Bequemlichkeit gar nicht erst einen Bundesantrag stellt, obwohl dieser möglich wäre, verliert auch den Anspruch auf die Landesförderung. Diese fließt nur als „Sicherheitsnetz“, wenn die Bundesförderung nicht möglich oder offiziell abgelehnt wurde. Weitere Details direkt beim Land Burgenland.

Kärnten: Die attraktive 3.000-Euro-Pauschale

Kärnten hat seine Photovoltaik-Förderlandschaft 2026 grundlegend umgestaltet – und das aus Kundensicht zum Besseren. Statt komplizierter degressiver Sätze wie in den Vorjahren gibt es jetzt eine klare, einfache Pauschalförderung. Wer in Kärnten 2026 eine neue private PV-Anlage mit mindestens 5 kWp Leistung errichtet und gleichzeitig einen Stromspeicher mit mindestens 5 kWh nutzbarer Kapazität installiert, erhält pauschal 3.000 Euro vom Land. Diese Beträge gelten unabhängig von der tatsächlichen Anlagengröße – größere Anlagen erhalten denselben Pauschalbetrag.

Kärnten: Die attraktive 3.000-Euro-Pauschale

  • Neuanlage PV + Speicher: 3.000 € Pauschale (ab 5 kWp + 5 kWh)
  • Speicher-Nachrüstung Bestandsanlage: 1.000 € Pauschale (ab 5 kWh)
  • Reine PV-Anlagen ohne Speicher: nicht mehr förderfähig
  • Gewerbe-PV (Eigenverbrauch): bis 200 €/kWp, max. 45 % der Kosten, max. 500.000 € pro Standort
  • Gesamtbudget 2026: rund 40 Mio. €
  • Antragsfrist: 15. April – 30. Juni 2026 (online, NACH Fertigstellung)

Der wahrscheinlich attraktivste Aspekt der Kärntner Reform: Die bisherige Anrechnung von Bundesförderungen auf die Landespauschale entfällt. Sie können also den EAG-Investitionszuschuss des Bundes voll beantragen UND die Kärntner 3.000-Euro-Pauschale „on top“ bekommen. Für eine typische 8-kWp-Anlage mit 8-kWh-Speicher ergibt das eine Gesamtförderung von rund 4.500 bis 5.500 Euro – Made-in-Europe-Bonus und Gemeindeförderungen noch nicht eingerechnet. 

Damit gehört Kärnten 2026 zu den attraktivsten Bundesländern für private PV-Investitionen. Aktuelle Details und Antragsformulare finden Sie auf dem Förderportal des Landes Kärnten.

Niederösterreich: Wohnbauförderung als Hebel

In Niederösterreich gibt es 2026 keine klassische direkte PV-Pauschale für Privathaushalte. Stattdessen wird Photovoltaik primär über die Wohnbauförderung – konkret die Eigenheimsanierung – gefördert. PV-Anlagen können dabei als ökologische Maßnahme zusätzliche Punkte im Punktesystem der Wohnbauförderung bringen, was die Gesamtförderhöhe erhöht. Bei der Eigenheimsanierung ist auch die alleinige Errichtung einer PV-Anlage ohne weitere Sanierungsmaßnahmen förderfähig.

Wird zusätzlich ein Stromspeicher installiert, erhöht das die erreichbare Punkteanzahl weiter. Laut der im November 2025 novellierten Wohnbauförderungsrichtlinie werden Batteriespeicher nun auch im Einfamilienhausbereich im Punktesystem berücksichtigt. Die tatsächliche Förderhöhe hängt von der Energiekennzahl, dem Dämmstandard und dem Gesamtkonzept ab. Das aktuelle Modell gilt als Übergangslösung bis Ende 2026; ab 2027 soll ein neues Zuschussmodell starten.

Spezialschiene: PV-Parkplatzüberdachungen

  • Budget 2026: 2 Mio. € für Überdachungen kostenfreier öffentlicher Parkplätze
  • Antragsberechtigt: Gebietskörperschaften, Unternehmen, Vereine, konfessionelle Einrichtungen
  • Stichtag: 30. Juni 2026 (laufend ab Anfang März 2026)
  • Förderhöhe: max. 45 % der umweltrelevanten Mehrkosten

Für Privathaushalte besonders relevant: Niederösterreich hat extrem viele Gemeindeförderungen. Die Bandbreite reicht von Auersthal über Ebergassing, Ernstbrunn, Großrußbach, Harmannsdorf, Hollabrunn, Klosterneuburg bis hin zu Mödling, Baden, Brunn am Gebirge und vielen weiteren. 

Diese Gemeindeförderungen sind in fast allen Fällen mit der EAG-Bundesförderung kombinierbar – ein Anruf bei der eigenen Gemeinde lohnt sich daher fast immer. Weitere Informationen zur Wohnbauförderung beim Land Niederösterreich.

Oberösterreich: Speicher-Nachrüstung im Fokus

Oberösterreich verfolgt 2026 einen pragmatischen Ansatz: Eine klassische direkte PV-Förderung pro Kilowattpeak gibt es für Privathaushalte nicht, dafür aber ein gezieltes Speicher-Nachrüstungsprogramm für Bestandsanlagen. Mit dem Sonderförderprogramm „Nachrüstung von systemdienlichen Solarstromspeichern“, das mit 1. März 2026 in Kraft getreten ist, fördert das Land 150 Euro pro kWh Nennkapazität bei einer maximalen Förderung von 15 kWh – also bis zu 2.250 Euro Zuschuss. Zusätzlich gilt eine Obergrenze von 40 % der förderfähigen Bruttoinvestitionskosten.

Voraussetzungen Speicher-Nachrüstung OÖ

  • PV-Anlage muss vor dem 1. Jänner 2026 in Betrieb genommen worden sein (mit Netzzugangsvertrag)
  • Speicher-Nennkapazität: ca. 1,5 kWh pro kWp installierter PV-Leistung (mindestens 0,5 kWh/kWp)
  • Antragsberechtigt: Privatpersonen, Gemeinden und Vereine
  • Wichtig: NICHT mit der EAG-Speicherförderung des Bundes kombinierbar

Daneben unterstützt das Land Oberösterreich Dächer-Prüfung und -Ertüchtigung für den PV-Ausbau – etwa statische Berechnungen oder bauliche Maßnahmen zur Erhöhung der Tragfähigkeit. Diese Förderung ist eine sinnvolle Ergänzung zur EAG-Bundesförderung, da sie die Einstiegshürde senkt, falls das Dach für PV verstärkt werden muss. Aktuelle Richtlinien beim Land Oberösterreich.

Salzburg: Der harte Schnitt zum Jahreswechsel

Salzburg hat zum Jahreswechsel 2025/2026 einen besonders harten Schritt vollzogen: Die bisherige PV-Landesförderung – die in der Vergangenheit bis zu 2.000 Euro für die Kombination aus PV und Speicher brachte – ist mit 31. Dezember 2025 ersatzlos ausgelaufen. Auch die Stadt Salzburg hat ihre eigene Photovoltaikförderung mit 1. Jänner 2026 eingestellt.

Aktuell konzentriert sich das Land Salzburg ausschließlich auf die betriebliche PV-Förderung mit attraktiven Zuschüssen, die bei maximal 40 % der förderbaren Kosten gedeckelt sind. Für Privathaushalte gibt es jedoch keine eigenständigen Salzburger Landeszuschüsse mehr – das Land verweist Privatkunden direkt an die OeMAG/EAG-Abwicklungsstelle des Bundes.

Das bedeutet konkret: Wer 2026 in Salzburg eine private PV-Anlage errichtet, muss sich auf die EAG-Bundesförderung stützen. Hier sind je nach Anlagengröße zwischen 1.500 und 2.800 Euro Investitionszuschuss möglich, plus Made-in-Europe-Bonus und gegebenenfalls Gemeindeförderung. Im Sanierungskontext kann die Salzburger Wohnbauförderung relevant sein – hier lohnt sich eine individuelle Beratung. Aktuelle Informationen direkt beim Land Salzburg.

Steiermark: Sanierungsbonus und Ökofonds

In der Steiermark gibt es 2026 keine klassische direkte PV-Pauschale für Standard-Eigenheime – aber dafür mehrere attraktive Sonderförderungen. Die wichtigste davon ist der „Steirische Sanierungsbonus 2026″, den das Land Steiermark als befristeten Sonderförderungs-Call vom 1. April bis 15. Mai 2026 aufgelegt hat. Mit einem Förderbudget von 9,8 Millionen Euro werden rückwirkend bereits umgesetzte Sanierungsmaßnahmen gefördert – darunter ausdrücklich auch die Errichtung einer PV-Anlage und eines Stromspeichers in Kombination.

Eckdaten Steirischer Sanierungsbonus 2026

  • Förderhöhe: max. 15 % der förderbaren Kosten (abhängig vom Ökopunkte-Wert)
  • Antragsfenster: 1. April – 15. Mai 2026
  • Budget: 9,8 Mio. €
  • Kombinierbar: ja, mit EAG-Bundesförderung und Gemeindeförderunge
  • Sperrfrist: min. 4 Jahre seit letzter „Kleiner“ oder „Umfassend energetischer Sanierung“

Ökofonds für innovative Projekte (ab 20 kWp)

Für innovative Projekte gibt es zusätzlich den Ökofonds des Landes Steiermark, der speziell PV-Doppelnutzungs-Projekte ab 20 kWp fördert: bauwerksintegrierte PV-Anlagen, Hybridkollektoren, PV auf befestigten Betriebsflächen, Parkplatzüberdachungen, Floating-PV und Agri-PV-Anlagen.

  • Förderhöhe: bis zu 30 % der Investitionskosten, max. 250.000 €/Antrag
  • Bonus 1: +50 €/kWp für Made-in-Europe-Komponenten
  • Bonus 2: +125 €/kWp bei Integration in dezentrales Energiesystem

Die steirische Wohnbauförderung wird 2026 grundlegend reformiert. Die bisherige „Kleine Sanierung“ und die „Umfassend energetische Sanierung“ werden zu einer neuen einheitlichen Sanierungsförderung („Sanierungspass“) zusammengelegt, die voraussichtlich im Sommer 2026 startet. PV-Anlagen werden dabei als ökologische Maßnahme im Rahmen eines Gesamtkonzepts berücksichtigt. Aktuelle Informationen auf dem Förderportal des Landes Steiermark.

Tirol: Wohnhaussanierung und Speicher-Nachrüstung

Tirol bietet 2026 eine vergleichsweise klar strukturierte Landesförderung, allerdings mit einer halbierten Förderhöhe gegenüber dem Vorjahr. Im Rahmen der Wohnhaussanierung Tirol werden PV-Anlagen für Privathaushalte mit einem Einmalzuschuss von 50 % der förderbaren Kosten gefördert, gedeckelt bei maximal 125 €/kWp. Die Kostenobergrenze für die Förderberechnung liegt bei 250 €/kWp. Voraussetzung: Die PV-Anlage muss Bestandteil eines genehmigten Sanierungsvorhabens sein und auf einem bestehenden Wohngebäude errichtet werden.

Die Halbierung der Fördersätze von 250 €/kWp auf 125 €/kWp ab dem 1. Januar 2026 ist eine bewusste Anpassung, die das Land Tirol mit den allgemein gesunkenen Marktpreisen für PV-Module begründet. Trotzdem bleibt Tirol eines der Bundesländer, in denen sich „Land + Bund (EAG)“ besonders sinnvoll kombinieren lässt – die Tiroler Förderung lässt sich mit dem EAG-Investitionszuschuss kombinieren.

Speicher-Nachrüstungsförderung Tirol 2026

  • Förderhöhe: 100 €/kWh
  • Maximalförderung: 1.000 € (bis 10 kWh)
  • Voraussetzung: Inbetriebnahme ab 1. Jänner 2026 + netzdienliche Steuerung
  • Antragsberechtigt: Private, Betriebe, juristische Personen mit Standort in Tirol

Daneben gibt es in Tirol mehrere regionale Sonderförderungsprogramme, etwa in Landeck, Lechtal-Reutte und Pitztal. Diese bewegen sich häufig im Bereich von 20–40 % der förderfähigen Kosten und sind zeitlich sowie budgetär begrenzt – ein Anruf beim regionalen Tourismus- oder Energieverband lohnt sich. Aktuelle Richtlinien beim Land Tirol.

Vorarlberg: Spezialfokus auf versiegelte Flächen

Vorarlberg geht 2026 einen ganz eigenen Weg: Das Land fördert keine klassischen Dach-PV-Anlagen für Privathaushalte. Stattdessen liegt der Förderschwerpunkt auf PV-Überdachungen versiegelter Flächen – konkret auf Carports, Parkplatzüberdachungen und ähnlichen Bauten ab 20 kWp Leistung. Anlagen auf bestehenden Gebäuden sind dabei ausdrücklich NICHT förderfähig. Die Obergrenze liegt bei maximal 50.000 Euro pro Anlage.

Für Privathaushalte mit Standard-Dachanlagen gibt es in Vorarlberg auf Landesebene 2026 keine direkte PV-Förderung. Allerdings bietet die VKW (Vorarlberger Kraftwerke), der regionale Energieversorger, eine Speicher-Förderung von 50 €/kWh, maximal 500 €. Voraussetzung ist ein bestehender VKW-Einspeisevertrag. Wer in Vorarlberg in eine PV-Anlage investieren möchte, sollte zudem direkt bei der eigenen Gemeinde nach Förderprogrammen fragen – einige Vorarlberger Gemeinden bieten attraktive Zusatzzuschüsse, die kommunal organisiert sind. Weitere Details beim Land Vorarlberg.

Wien: Komplettumbau mit Fokus auf urbane Lösungen

Wien hat seine PV-Förderlandschaft 2026 grundlegend umgekrempelt. Die bisherige „Sonnenstrom-Offensive 2025″ mit Zuschüssen von bis zu 500 €/kWp sowie die Wiener Speicherförderung mit maximal 2.000 Euro sind beide mit 31. Dezember 2025 ausgelaufen. Standard-Dachanlagen auf Einfamilienhäusern werden in Wien 2026 nicht mehr durch das Land zusätzlich gefördert – hier ist der EAG-Bundeszuschuss der einzige Hebel.

Stattdessen startet die Stadt Wien am 1. Mai 2026 ein komplett neues PV-Förderpaket mit einem Gesamtbudget von 7 Millionen Euro. Der Fokus liegt nun klar auf urbanen, innovativen und multifunktionalen PV-Lösungen, die im dicht bebauten Stadtraum besonderes Potenzial haben, aber kostenintensiver in der Errichtung sind.

Wiener PV-Förderung 2026 – das ist neu

  • Neu gefördert: PV-Fassadenanlagen und PV-Verschattungsanlagen auf begehbaren Dächern
  • Weitergeführt: Mehrgeschosswohnbau, Flugdächer, Gründächer
  • Nicht mehr gefördert: Standard-Dachanlagen auf Einfamilienhäusern
  • Wichtig: KEINE Kombination mit EAG-Bundesförderung möglich

Der Hintergrund dieser Neuausrichtung: Da der Bund Standard-PV-Anlagen auf Dächern bereits umfassend fördert, konzentriert sich die Stadt Wien komplementär auf jene Lösungen, die im urbanen Raum großes Potenzial bieten – etwa senkrechte Fassadenanlagen, die vor allem am Vor- und Nachmittag Strom liefern und so Dachanlagen ergänzen. Antragsteller müssen sich also entscheiden – entweder Bundes- oder Wiener Förderung. Aktuelle Förderdetails auf der Website der Stadt Wien.

In welchen Bundesländern lohnt sich PV 2026 am meisten?

Die Förderhöhe ist natürlich nicht das einzige Kriterium für die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage – auch Sonneneinstrahlung, lokale Strompreise und individuelle Verbrauchsmuster spielen eine entscheidende Rolle. Trotzdem lassen sich aus den Förderlandschaften klare Tendenzen ableiten.

Kärnten ist 2026 mit Abstand das attraktivste Bundesland für private PV-Investitionen: Die einheitliche 3.000-Euro-Pauschale, die volle Kombinierbarkeit mit dem Bund und die hohe Sonneneinstrahlung im Süden Österreichs ergeben eine extrem attraktive Förderlandschaft. Ebenfalls stark ist die Steiermark – nicht durch eine pauschale PV-Förderung, sondern durch den Sanierungsbonus, den Ökofonds für innovative Projekte und die hohe Anzahl an Gemeindeförderungen. In Niederösterreich profitieren vor allem jene, die ohnehin sanieren oder ein neues Eigenheim bauen, da PV hier elegant in die Wohnbauförderung integriert werden kann.

In Tirol ist die Halbierung der Sätze ein Wermutstropfen, dafür sind die Förderungen im Sanierungskontext gut planbar. Burgenland und Oberösterreich punkten vor allem mit ihrer Speicher-Nachrüstung – ideal für Hausbesitzer, die bereits eine PV-Anlage haben und nun einen Speicher ergänzen wollen. Salzburg und Wien sind die Bundesländer, in denen Privathaushalte 2026 fast ausschließlich auf die EAG-Bundesförderung angewiesen sind.

Strategische Tipps zur optimalen Förderkombination

Egal in welchem Bundesland Sie wohnen – mit der richtigen Strategie lässt sich die Gesamtförderung deutlich erhöhen. Hier die wichtigsten Praxis-Tipps für 2026:

  1. Mit dem EAG-Bundeszuschuss beginnen

Der EAG-Investitionszuschuss ist für ganz Österreich gleich, mit den höchsten Beträgen verbunden und in den meisten Fällen mit Landes- und Gemeindeförderungen kombinierbar. Der erste Fördercall startet am 23. April 2026 – wer in den Kategorien A und B den höchsten Reihungsplatz will, sollte am Starttag punktgenau ein Ticket ziehen.

 

  1. Made-in-Europe-Bonus mitnehmen

10 % Zuschlag pro Komponente (PV-Module, Wechselrichter, Speicher) summieren sich schnell auf über 20 % Mehrförderung. Achten Sie darauf, dass die verbauten Komponenten auf der offiziellen White List der EAG-Förderabwicklungsstelle stehen – ein guter Fachbetrieb kennt diese Liste und plant entsprechend.

 

  1. PV mit Speicher kombinieren

Stromspeicher werden bundesweit mit 150 €/kWh gefördert, in Kärnten gibt es zusätzlich die 3.000-Euro-Pauschale, in Tirol weitere 100 €/kWh. Die Kombination erhöht nicht nur die Förderung, sondern auch den Eigenverbrauchsanteil – der wahre wirtschaftliche Hebel einer PV-Anlage.

 

  1. Gemeindeförderung nicht vergessen

Viele österreichische Gemeinden – besonders in Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten – bieten zusätzliche Direktzuschüsse von 200 bis 1.000 Euro. Ein Anruf beim Gemeindeamt oder ein Blick auf die Gemeinde-Website lohnt sich fast immer.

 

  1. Ganzheitlich denken

Wer ohnehin saniert, sollte PV in einem Gesamtsanierungskonzept einplanen – das öffnet zusätzliche Fördertöpfe (Wohnbauförderung, Sanierungsbonus, Öko-Sonderausgabenpauschale). Wer eine Wärmepumpe plant, kann in vielen Bundesländern noch zusätzliche Bonus-Förderungen für die Kombination PV+Wärmepumpe erhalten. Auch der Klima- und Energiefonds bietet ergänzende Programme.

Fazit: Die richtige Strategie ist alles

Die österreichische PV-Förderlandschaft 2026 ist so vielfältig wie nie zuvor – und genau das macht sie für Hausbesitzer ohne Spezialwissen gefährlich. Wer in Kärnten wohnt und die volle Kombinationsmöglichkeit nutzt, kann mehrere tausend Euro an Förderung kassieren, die anderswo gar nicht existiert. Wer in Wien lebt, muss sich strategisch entscheiden, welche Förderschiene für ihn die attraktivste ist. Wer in Salzburg eine PV-Anlage plant, ist fast vollständig auf die Bundesförderung angewiesen.

Was alle neun Bundesländer eint: Die Fördertöpfe sind begrenzt, die Antragsfristen kurz, und die formalen Anforderungen anspruchsvoll. Wer ohne Strategie und ohne Fachwissen in den Fördercall startet, riskiert nicht nur, suboptimal zu fördern – er riskiert im schlimmsten Fall, gar nichts zu bekommen. Die richtige Reihenfolge bei der Antragstellung, die korrekte Komponentenauswahl für den Made-in-Europe-Bonus und die rechtzeitige Vorbereitung aller Unterlagen entscheiden über mehrere tausend Euro.

Häufig gestellte Fragen zu PV-Landesförderungen 2026

Welches Bundesland hat 2026 die höchste PV-Landesförderung?

Kärnten bietet mit der 3.000-Euro-Pauschalförderung für PV+Speicher die höchste direkte Landespauschale für Privathaushalte. Die Steiermark punktet mit dem Sanierungsbonus (15 % rückwirkend) und dem Ökofonds für innovative Projekte. Tirol fördert über die Wohnhaussanierung 125 €/kWp. In Salzburg und Wien gibt es keine vergleichbaren Direktförderungen für Standard-Anlagen.

Nein, das hängt vom Bundesland ab. In Kärnten, Niederösterreich, Steiermark, Tirol und Burgenland ist die Kombination grundsätzlich möglich. In Wien schließt die Stadt eine Kombination der Wiener Landesförderung mit der EAG-Bundesförderung explizit aus. In Oberösterreich ist die Speicherförderung des Landes nicht mit der EAG-Speicherförderung kombinierbar. Im Burgenland muss die Bundesförderung sogar vorrangig beantragt werden.

Das hängt von der Förderschiene ab. Der EAG-Bundeszuschuss läuft in drei Calls (23.04.–11.05., 16.–30.06., Oktober 2026). Die Kärntner Landesförderung ist bis 30. Juni 2026 möglich. Der Steirische Sanierungsbonus läuft vom 1. April bis 15. Mai 2026. Die Wiener Landesförderung startet am 1. Mai 2026. Wichtig: EAG-Antrag immer vor Inbetriebnahme, Landesanträge oft erst nach Fertigstellung.

Bei vollständiger Ausschöpfung der Mittel werden auch fristgerechte Anträge abgelehnt – es gilt das First-Come-First-Served-Prinzip in den meisten Programmen. Daher ist eine frühzeitige Vorbereitung essentiell. In Wien wurden 2024 die Fördertöpfe bereits im Juni ausgeschöpft. In Kärnten standen 2025 rund 40 Millionen Euro für 13.000 Förderanträge bereit. Eine zeitgerechte Antragstellung am ersten Tag des Calls erhöht die Erfolgsaussichten erheblich.

Ja, EBZ-Energie ist mittlerweile österreichweit für Sie tätig. Unsere stärkste regionale Verankerung haben wir in Kärnten und der Steiermark – hier kennen wir auch die unzähligen Gemeindeförderungen im Detail. Bei Projekten in den anderen sieben Bundesländern arbeiten wir uns mit derselben Sorgfalt in die jeweilige Landes- und Gemeindeförderlandschaft ein. Für alle Kunden übernehmen wir die komplette Förderabwicklung – von der Erstberatung über die strategische Förderkombination und die Ticketziehung beim EAG-Call bis zur Endabrechnung. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Beratungsgespräch.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information über die Förderlandschaft von Photovoltaik. Für eine individuelle Beratung zu Ihrem Gebäude und Ihren Anforderungen steht Ihnen das Team von EBZ-Energie jederzeit zur Verfügung.