Energiegemeinschaft in der Steiermark: die Ausgangslage
Die Steiermark hat in den vergangenen Jahren mehr PV-Leistung zugebaut als fast jedes andere Bundesland, und genau daraus entsteht das Problem, das die Energiegemeinschaft löst: Zu Mittag drückt so viel Sonnenstrom ins Netz, dass der Börsenpreis fällt und der OeMAG-Tarif monatlich schwankt: im Juli 2026 lag er mit 6,146 Cent pro Kilowattstunde an der gesetzlichen Untergrenze, im September 2026 bei 10,168 Cent. Gleichzeitig zahlen Ihre Nachbarn für Strom aus dem Netz rund das Dreifache. Eine Energiegemeinschaft schließt diese Lücke, indem sie Ihren Überschuss direkt an Abnehmer im selben Netzgebiet verkauft, zu einem Preis, den die Gemeinschaft selbst bestimmt.
| Wo der Überschuss landet | Cent je kWh | Wer bekommt / zahlt |
|---|---|---|
| OeMAG-Tarif (Juli 2026) | 6,1 ct | Erzeuger bekommt |
| EG-Einspeisung* | 10,0 ct | Erzeuger bekommt |
| EG-Bezug* | 14,0 ct | Abnehmer zahlt |
| Lieferant, Arbeitspreis netto* | 17,0 ct | Abnehmer zahlt |
Zwischen OeMAG-Tarif und Haushaltsstrompreis liegt eine Spanne von rund 10 Cent. Die Energiegemeinschaft teilt diese Spanne zwischen Erzeuger und Abnehmer auf. Das Prinzip ist in ganz Österreich gleich und in unserem Leitartikel zur Energiegemeinschaft erklärt. Was die Steiermark besonders macht, sind zwei Dinge: die Netzstruktur mit zwei großen Betreibern und die Dichte an bestehenden Gemeinschaften.
*Beispielwerte aus dem Markt, jede Gemeinschaft legt ihre Preise selbst fest. Lieferantenpreis netto ohne Netz und Abgaben.
Der steirische Bonus von 125 Euro je kWp: derzeit nicht beantragbar
Die PV-Ausschreibung des Ökofonds Steiermark kannte bis Ende Mai 2026 einen Zuschlag von 125 Euro pro Kilowattpeak, wenn die Anlage in ein ganzheitliches, dezentrales Energiesystem eingebunden war: bei Kombination mit mindestens zwei weiteren neu installierten Komponenten, etwa Speicher und Wallbox, oder eben durch die Teilnahme an einer Energiegemeinschaft. Der Bonus galt für Anlagen ab 20 kWp mit Doppelnutzung. Stand 10. Oktober 2026 führt der Ökofonds keine PV-Ausschreibung (nur Wasserstoffprojekte und Innovative Energiespeicher), der Bonus ist daher derzeit nicht beantragbar. Den aktuellen Förderstand finden Sie im Artikel Photovoltaik-Förderung Steiermark 2026.
Netzgebiete: Energienetze Steiermark und Stromnetz Graz
Den Großteil der Steiermark versorgt die Energienetze Steiermark GmbH, die Landeshauptstadt die Stromnetz Graz GmbH. Beide melden Zählpunkte nach demselben bundesweiten Verfahren über das EDA-Portal an, und beide ordnen Ihren Anschluss bei der Anmeldung einem Trafo und einem Umspannwerk zu. Daraus ergibt sich, ob Sie mit anderen Teilnehmern lokal oder regional verbunden sind: Lokal (Niederspannung, derselbe Trafo) bringt den größten Netzentgelt-Abschlag von 57 Prozent, regional (dasselbe Umspannwerk) den kleineren von 28 Prozent. Der Abschlag gilt auf den Arbeitspreis des Netznutzungs- und Netzverlustentgelts, Stand 2026 laut E-Control. Die Rechnung Position für Position steht im Artikel Energiegemeinschaft und Netzkosten.
Ein Punkt, der in der Steiermark häufiger vorkommt als anderswo: Gemeinschaften, die über die Grenze zweier Netzgebiete hinweg wachsen wollen, etwa Graz-Stadt und Graz-Umgebung. Das ist als Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft nicht möglich, weil der Nahbereich an den Netzbetreiber gebunden ist. In solchen Fällen werden zwei getrennte Gemeinschaften gegründet oder eine Bürgerenergiegemeinschaft, die österreichweit funktioniert und ab Oktober 2026 im Nahbereich ebenfalls reduzierte Netzentgelte bekommt, aber nicht die Abgabenbefreiung. Außerhalb des Nahbereichs, etwa beim Stromteilen mit Verwandten in einem anderen Bundesland, gibt es in der Bürgerenergiegemeinschaft keinen Netzentgelt-Abschlag.
Aktive Energiegemeinschaften in den steirischen Bezirken
Die Steiermark zählt zu den aktivsten Regionen Österreichs. Suchanfragen nach Gemeinschaften in Leibnitz, Weiz, Murtal, Deutschlandsberg, Leoben, Gleisdorf, Feistritztal, Premstätten, Frohnleiten oder Hausmannstätten zeigen, wie verteilt die Nachfrage ist. Viele dieser Gemeinschaften sind als Verein organisiert und von Gemeinden oder engagierten Privatpersonen gegründet worden. Die Energie Steiermark bietet ebenfalls eine eigene Plattform an.
| Region | Typische Struktur | Was für Sie zählt |
|---|---|---|
| Graz und Graz-Umgebung | viele Mehrparteienhäuser, GEA und lokale EEG | Netzgebiet prüfen (Stadt oder Umgebung), hohe Abnehmerdichte |
| Leibnitz, Deutschlandsberg, Südoststeiermark | Gemeinde-EEG, landwirtschaftliche Dächer | viele Erzeuger, Abnehmer sind gefragt |
| Weiz, Gleisdorf, Feistritztal | Vereins-EEG mit Gemeindebeteiligung | oft regional, Umspannwerk als Grenze |
| Murtal, Leoben, Obersteiermark | Tal-Strukturen, regionale EEG | größerer Nahbereich, Winterertrag beachten |
Ob in Ihrer Gemeinde schon eine passende Gemeinschaft besteht oder ob es sinnvoller ist, eine neue zu starten, zeigt unser Artikel Energiegemeinschaft finden. EBZ prüft das für Sie im Erstgespräch.
Energiegemeinschaft in der Steiermark: Jetzt Eignung prüfen
Wir klären Netzgebiet, passende Gemeinschaft und Ihr Einsparpotenzial.
Rechenbeispiel für ein steirisches Einfamilienhaus
Ein Haushalt in der Weststeiermark mit 10 kWp und 5 kWh Speicher, Jahresverbrauch rund 7.800 kWh (mit Wärmepumpe), Ertrag rund 10.500 kWh. Eigenverbrauch mit Speicher etwa 55 Prozent der Erzeugung, also 5.800 kWh, der Rest von 4.700 kWh ist Überschuss. Der Netzbezug liegt bei 2.000 kWh. In einer lokalen EEG landen vom Überschuss typisch 60 bis 70 Prozent bei anderen Mitgliedern.
| Position | Ohne EG | Mit lokaler EEG* |
|---|---|---|
| Einspeisung 4.700 kWh | zu 6,1 ct: 287 € | 3.000 kWh zu 10 ct + 1.700 kWh zu 6,1 ct: 404 € |
| Netzbezug 2.000 kWh, davon 600 kWh aus EG | Netzentgelt voll | 600 kWh mit minus 57 % Netz, ohne E-Abgabe: ca. 40 € gespart |
| Vorteil pro Jahr | ca. 150 bis 180 € |
Die laufende Ersparnis wirkt auf den ersten Blick bescheiden. Über 20 Jahre Anlagenlaufzeit summiert sie sich aber auf mehr als 3.000 Euro, und der Hebel wächst mit jeder Tariferhöhung beim Netzentgelt. Rechnen Sie Ihre Zahlen im EG-Rechner nach.
*Beispielkonditionen: EG-Einspeisepreis 10 Cent je kWh, Netzentgelt-Richtwerte 2026. Jede Gemeinschaft legt ihre Preise selbst fest, die Zuordnungsquote hängt von Erzeugern und Abnehmern im Nahbereich ab.
Fazit: Energiegemeinschaft Steiermark
In der Steiermark ist der Einstieg in eine Energiegemeinschaft gut vorbereitet: viele bestehende Gemeinschaften und zwei Netzbetreiber mit eingespielten Prozessen. Wer jetzt eine PV-Anlage plant, sollte die Gemeinschaft von Anfang an mitdenken. Wer schon eine hat, kann in wenigen Wochen beitreten.
Ihre Anlage, Ihre Gemeinschaft, ein Ansprechpartner
EBZ Energie plant die Anlage, beantragt die Förderung und bringt Sie in die passende Energiegemeinschaft.
Ihr Partner für Photovoltaik und Energiegemeinschaft in der Steiermark: EBZ Energie
EBZ Energie aus Villach plant und installiert Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpen und Wallboxen in Kärnten und der Steiermark, mit zertifizierten Fachkräften. Dazu kommt die Energiegemeinschaft: Wir nehmen Sie in eine bestehende Gemeinschaft auf oder bauen mit Ihnen eine eigene auf, abgerechnet über die Plattform unseres Partners energyfamily. Einzugsgebiet Steiermark: Graz und Graz-Umgebung, Leibnitz, Deutschlandsberg, Voitsberg, Weiz, Murtal, Leoben, Bruck-Mürzzuschlag, Südoststeiermark und Umgebung.
- EBZ Energie GmbH, Triglavstraße 15, 9500 Villach
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Häufige Fragen
Gibt es in der Steiermark eine Förderung für die Energiegemeinschaft?
Welcher Netzbetreiber ist für mich zuständig?
Kann ich an mehreren Energiegemeinschaften teilnehmen?
Was passiert mit meinem Strom, wenn in der Gemeinschaft niemand Bedarf hat?
Wie lange dauert der Beitritt?
Muss ich meinen Stromlieferanten wechseln?
Kann ich Strom auch mit Verwandten außerhalb der Steiermark teilen?
Fachlich geprüft von Mario Zintl, Geschäftsführung EBZ Energie GmbH. Mario Zintl führt die EBZ Energie GmbH in Villach. Sein Team plant und errichtet Photovoltaik-, Speicher- und Wärmepumpensysteme in Kärnten und der Steiermark und begleitet Kunden beim Einstieg in Energiegemeinschaften. Inhalte werden regelmäßig anhand der Vorgaben von E-Control, OeMAG und energiegemeinschaften.gv.at aktualisiert. Keine Rechts- oder Steuerberatung, maßgeblich sind die Förderrichtlinien des Landes Steiermark.
